Kategorie: 1911

  • Franz Mehring: Bürgerliches Wahlfieber

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 43, S. 569-572] f Berlin, 22. Juli 1911. Die herannahenden Reichstagswahlen liegen allen bürgerlichen Parteien schwer in den Gliedern. Keine von ihnen hat ein festes und klares Programm gegenüber dem drohenden Verhängnis; sie alle tasten unruhig hin und her, auch die Parteien des schwarzblauen Blocks, obgleich…

  • Franz Mehring: Das päpstliche Motu proprio

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 42, S. 537-540] f Berlin, 15. Juli 1911 Unter den reisigen Kämpfern für die „protestantische Geistesfreiheit“, die der Pfarrer Jatho glorreich vertritt, stand und steht das „Berliner Tageblatt“ in erster Reihe. Herr Theodor Wolff, Neffe des Hauses Mosse und oberster Leiter des Weltblatts, spielt sich als…

  • Franz Mehring: Vorm Muttergottesbild

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 41, Feuilleton, 7. Juli 1911, S. 504, Rubrik „Lose Blätter“] Wie ein katholisches Pfäfflein vorm Bilde der heiligen Jungfrau, betet Herr Hans Delbrück in den „Preußischen Jahrbüchern“ vor den Memoiren Lily Brauns, der „vornehmen Dame“, die „ein edles Herz für die Armen und Unterdrückten in sich…

  • Franz Mehring: Der Fall Jatho

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 40, S. 457-460] f Berlin, 2. Juli 1911 Mit der Orthodoxie war man, Gott sei Dank, ziemlich zu Rande; man hatte zwischen ihr und der Philosophie eine Scheidewand gezogen, hinter welcher eine jede ihren Weg fortgehen konnte, ohne die andere zu hindern. Aber was tut man…

  • Franz Mehring: Ein kaiserlicher Vorstoß

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 39, S. 425-428] f Berlin, 24. Juni 1911 Nach der Meldung bürgerlicher Zeitungen plant der Kaiser eine „Schulreform“, die dem humanistischen Gymnasium den Todesstoß versehen würde. Danach soll das Englische zum obligatorischen Lehrfach gemacht, das Griechische aber nur neben dem Hebräischen als fakultatives Lehrfach beibehalten werden.…

  • Franz Mehring: Und abermals Kant

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 40, Feuilleton, 16. Juni 1911, S. 377-380] Karl Vorländer, Kant und Marx. Ein Beitrag zur Philosophie des Sozialismus. Tübingen 1911, Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck). 293 Seiten. Geheftet 7 Mark. Nachdem ich im vorigen Hefte des Feuilletons eine akademische Abhandlung über Marx und…

  • Franz Mehring: Zur Genealogie von Karl Marx

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 40, Feuilleton, 16. Juni 1911, S. 392, Rubrik „Lose Blätter“] Vor etwa fünfzig Jahren starb eine Vaterschwester von Karl Marx mit Hinterlassung eines Testaments, das wegen irgendwelcher Formfehler gerichtlich kassiert wurde, Das Gericht war nunmehr gezwungen, die Intestaterben festzustellen, die sich übrigens alsbald einigten, den letzten…

  • Franz Mehring: Ein Muster

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 38, S. 393-396] f Berlin, 17. Juni 1911 Die „maßlose Überhebung“ der Sozialdemokratie ist ein Hauptvorwurf, den namentlich die reaktionäre Presse gegen sie richtet, und wer wollte bestreiten, dass „maßlose Überhebung“ in der Tat zu den verwerflichsten Eigenschaften gehört, die eine politische Partei haben kann. Aber…

  • Franz Mehring: Von der preußischen Justiz

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 1. Band, Nr. 20, S. 681-684] f Berlin, 11. Februar 1911, Eine Reihe von Vorkommnissen – die Urteile in den Moabiter Prozessen, das Wiederaufnahmeverfahren in dem Essener Meineidsprozess, die Verhandlungen des Reichstags über das Gerichtsverfassungsgesetz und was sich sonst an diese Ereignisse knüpft – haben die Frage der Rechtspflege…

  • Franz Mehring: Ein Fortschritt

    [Die Neue Zeit, XXIX. Jahrgang 1910-1911, 2. Band, Nr. 35, S. 281-284] f Berlin, 27. Mai 1911 Der deutsche Reichstag wie der preußische Landtag arbeiten gegenwärtig mit Hochdruck. Und man kann nicht einmal wie gewöhnlich sagen, dass man wohl das Geklapper von Mühlen höre, aber kein Mehl sehe. Wenigstens in der elsass-lothringischen Verfassungsfrage hat die…