Schlagwort: Clara Zetkin
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Clara Zetkin: Ausnahmegesetze und Sozialdemokratie
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 21. Jahrgang, Nr. 2, 24. Oktober 1910, S. 17 f.] Ein scharfer Wind weht gegenwärtig gegen die Sozialdemokratie. Die Vorgänge in Moabit, das Herumfuchteln mit dem Polizeisäbel bei dem Streik in Köln-Deutz, bei den Versammlungen in Remscheid: das alles zeigt, dass sich der Regierungskreise eine ungewöhnliche Nervosität…
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Clara Zetkin: Die Kohlennot
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 10. Jahrgang, Nr. 22, 24. Oktober 1900, S. 169-171] Ein entsetzliches Gespenst bedroht die sorgenschwere Existenz der Arbeiterfrau, der Arbeiterin, ja hat schon mit erbarmungslosem, schmerzhaftem Griffe in das entbehrungsreiche proletarische Leben hinein gefasst: die Kohlennot. Seit Monaten sind die Kohlenpreise gestiegen und immer mehr gestiegen. Eine…
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Clara Zetkin: Das Herrsein im Hause
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 15. Jahrgang, Nr. 21, 18. Oktober 1905, S. 121] In der Berliner Elektrizitätsindustrie tobt einer jener wirtschaftlichen Riesenkämpfe, die zum Greifen deutlich die skrupellose Brutalität zeigen, mit welcher die ausbeutende Kapitalistenklasse ihrer Profitgier und Herrschsucht die Zügel schießen lässt. Mehr als 40.000 Arbeiter und Arbeiterinnen müssen feiern;…
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Klerikaler Frontwechsel
Die katholische Kirche beginnt in Deutschland mit der Frauenbewegung als mit einem bedeutsamen Faktor unseres sozialen Lebens zu rechnen. Sie hat sich überzeugt, dass dieselbe mehr ist als eine „vorübergehende Erscheinung“, die mit Bibelsprüchen und Dogmen, mit Weihrauchwolken und mystischen Schauern gebannt werden könne. Und sie lässt sich in der Folge angelegen sein, auf dem…
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Clara Zetkin: „Ihr hemmt uns, doch Ihr zwingt uns nicht.“
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 5. Jahrgang, Nr. 8, 17. April 1895, S. 57 f.] Das Umsturzgesetz wirft seine Schatten voraus und besonders tief fallen dieselben auf die proletarische Frauenbewegung. Was Köllerei gegenüber proletarischem Freiheitsstreben an Nücken und Tücken, an Polizeischneidigkeit und Juristenkunstsinn zu leisten vermag, das leistet sie im Kampfe mit…
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Clara Zetkin: Ein Urteil
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 5. Jahrgang, Nr. 7, 3. April 1895, S. 49 f.] Nicht zu einer Sitzung, zu einem Urteil trat der Reichstag am 23. März zusammen, um über die ihm angesonnene Ehrung Bismarcks zu dessen 80. Geburtstag zu entscheiden. Und sein Beschluss kommt einem Urteil gleich, ist eine Verurteilung…
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Clara Zetkin: Eine dringende Aufgabe
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 5. Jahrgang, Nr. 6, 20. März 1895, S. 41 f.] Glaubensfreudig plärrt der Spießbürger noch immer sein Sprüchlein, dass die Frau durch „göttliche“, „sittliche“ oder „natürliche“ Bestimmung ausschließlich ins Haus und in die Familie gehöre, aber Millionen deutscher Frauen fronden fern vom heimischen Herd, oder ohne je…
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Clara Zetkin: Gegen den Fleischwucher
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 15. Jahrgang, Nr. 17, 23. August 1905, S. 97] Fleischteuerung, Fleischnot! so klingt es auf Märkten und in Metzgerläden; so melden Zeitungen; so schallt es in Millionen Haushaltungen. Fleischteuerung, Fleischnot, diese Worte bohren sich schmerzhaft in das Hirn all der Arbeiterfrauen und Arbeiterinnen, bei denen wochaus wochein…
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Clara Zetkin: Der erste Ansturm
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 5. Jahrgang, Nr. 5, 6. März 1895, S. 33 f.] Zum ersten Male ist im deutschen Parlamente die Forderung erhoben worden auf das unbeschränkte Bürgerrecht der Frau, auf die volle politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts. Und dies durch den von Bebel begründeten Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, welcher…
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Clara Zetkin: Von Rechts wegen
[„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 5. Jahrgang, Nr. 4, 20. Februar 1895, S. 25] In Bayern sind bezüglich des Versammlungsrechts der Arbeiterinnen seitens hoher und höchster Behörden Erkenntnisse gefällt worden, welche den zweifelsüchtigsten Gemütern zagender Ordnungsfreunde trostreich beweisen, dass es auch heutigentags noch Richter gibt und nicht bloß in Preußen. Jahrelang wurde…