Schlagwort: Zentrum

  • August Bebel: Deutschland

    [Nr. 1141, Korrespondenz, Arbeiter-Zeitung. Organ der Österreichischen Sozialdemokratie, II. Jahrgang, Nr. 27, 4. Jul 1890, S. 4 und 9] Berlin, 1. Juli. Der Reichstag eilt mit Riesenschritten seinem vorläufigen Ende entgegen. Noch wenige Tage und er wird bis zum Herbst vertagt, ein Akt, dem alle seine Mitglieder ohne Unterschied der Partei sehnsüchtig entgegensehen. Die Reichsregierung…

  • Clara Zetkin: Sozialpolitischer Mumpitz

    [Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 12. Jahrgang Nr. 2, 15. Januar 1902, S. 9 f.] Vor der unheiligen Bundeslade der junkerlichen Zollwucherer tanzt keine der reaktionären Parteien mit größerer Inbrunst als das Zentrum. Die vom Regierungsentwurf vorgesehene Erhöhung der Zollsätze auf Getreide dünkt ihm bekanntlich noch allzu bescheiden, der Raub am…

  • Clara Zetkin: Verschlechterung statt Verbesserung des Mutter- und Säuglingsschutzes

    [Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 21. Jahrgang Nr. 19, 19. Juni 1911, S. 290 f.] „Lasst jede Hoffnung fahren,“ das war die Erkenntnis, welche die zweite Lesung der Reichsversicherungsordnung allen gepredigt hatte, die angesichts zahlloser kleiner Gräber, eines endlosen Zuges siecher Mütter und Kinder einen wirksamen Mutter- und Säuglingsschutz fordern. Die…

  • Clara Zetkin: Witwen- und Waisenverhöhnung

    [Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 21. Jahrgang Nr. 18, 5. Juni 1911, S. 273-275] „Sieh meine Hände, die der Mord gerötet, Mein Auge, das von Blutgier funkelt! In manchem Winkel meiner Höhle häuft sich Verwesend Menschenfleisch und moderndes Gebein. Komm, folge mir und schau! Dein Vater ward mein Fraß, Und deine…

  • Clara Zetkin: Feinde des Mutterschafts- und Säuglingsschutzes

    [Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 21. Jahrgang Nr. 17, 22. Mai 1911, S. 257-259] Die letzten parlamentarischen Verhandlungen über die Regelung des Mutterschafts- und Säuglingsschutzes durch die Reichsversicherungsordnung sind unstreitig eine besonders unwürdige und verbrecherische Szene in der unwürdigen und verbrecherischen Komödie, welche die Mehrheitsparteien mitsamt der Reichsregierung gegenwärtig im Reichstag…

  • Clara Zetkin: Ein Attentat auf die Familie

    [Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 11. Jahrgang Nr. 6, 13. März 1901, S. 41 f.] „Die Sozialdemokratie zerstört die Familie. Auf zum Schutze des bedrohten heiligen Kulturgutes!“ Wer kennt sie nicht, die altvertraute Kampfeslosung, welche die gottesfürchtigen Zentrümler und die nicht minder frommen Konservativen unter salbungsvollem Augenaufschlag mit Vorliebe erschallen lassen,…

  • Franz Mehring: Zerschliffen und Zerschlissen

    [Die Neue Zeit, IX. Jahrgang 1890-91, II. Band, Nr. 51, S. 777-779] f Berlin, den 7. September. Der Katholikentag in Danzig ist das Ereignis der Woche. Vorausgesetzt, dass er ein Ereignis ist. Man mag billig daran zweifeln, wenn man die Beschlüsse, die er gefasst hat, oder gar die Reden, die ihm gehalten worden sind, auf…

  • Clara Zetkin: Die Komödie ist aus – das Leben geht weiter

    [„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 20. Jahrgang, Nr. 18, 6. Juni 1910, S. 273 f.] Die Komödie der parlamentarischen Behandlung der preußischen Wahlrechtsreform ist aus. Sie hat geendet, wie sie begonnen: als dreiste Verhöhnung der Rechtsforderung, welche die breiten Massen der preußischen Bevölkerung erheben. Auf das herrenhäuslerische Zwischenspiel, das den plutokratischen Charakter…

  • Clara Zetkin: Philisterweisheit vor dem Reichstag

    [„Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen”, 21. Jahrgang, Nr. 6, 19. Dezember 1910, S. 81-83] Die Äußerungen, mit denen sich Wilhelm II. in Königsberg gegen die Bestrebungen der Frauen nach Rechtsgleichheit mit dem männlichen Geschlecht gewendet hat, sind bekannt. Sie sind der geistige Niederschlag von gesellschaftlichen Verhältnissen, die zum großen Teil bereits der…

  • Klerikaler Frontwechsel

    Die katholische Kirche beginnt in Deutschland mit der Frauenbewegung als mit einem bedeutsamen Faktor unseres sozialen Lebens zu rechnen. Sie hat sich überzeugt, dass dieselbe mehr ist als eine „vorübergehende Erscheinung“, die mit Bibelsprüchen und Dogmen, mit Weihrauchwolken und mystischen Schauern gebannt werden könne. Und sie lässt sich in der Folge angelegen sein, auf dem…