[Eigene Übersetzung des englischen Texts in Militant, Nr. 451, 13. April 1979, S. 11]
Die überwältigende Zustimmung zur Schaffung einer Islamischen Republik im Iran beim kürzlichen Referendum konnte die enormen Probleme, vor denen das Land steht, nicht überdecken. Wie in der Militant der letzten Woche erklärt, bedeutet die Islamische Republik für die verschiedenen Klassen im Iran verschiedene Dinge. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt, dass die iranischen Massen entschlossen sind, ihren Kampf für eine grundlegende Veränderung ihrer Lebensbedingungen fortzusetzen.
Die Kämpfe in Kurdistan und Turkmenistan haben sowohl die Entschlossenheit der nationalen Minderheiten gezeigt, ihrer Unterdrückung zu beenden, als auch den Widerstand sowohl Bazargans als auch Chomeinis gegen die demokratischen Forderungen dieser Völker.
Die Kämpfe in Gonbad in Turkmenistan waren das Ergebnis des Versuchs der Zentralregierung, die Turkmen*innen daran zu hindern, sich zu bewaffnen, ihrer Weigerung, auf die Forderungen der Turkmen*innen einzugehen, und ihrer Konzentration der tatsächlichen Macht in der Region auf das lokale Revolutionäre Islamische Komitee Chomeinis, das sich aus Farsi [Persisch]-Sprechern zusammensetzt.
Die wichtigsten Forderungen der Turkmen*innen sind Autonomie und die Rückgabe ihrer Ländereien, die 1963 vom Schah beschlagnahmt und unter der Königsfamilie, Generälen und Polizeichefs aufgeteilt wurden. Bereits jetzt haben die Turkmen*innen große Teile der staatlichen Weideflächen besetzt. Die tatsächlichen Kämpfe wurden durch die Ermordung eines Straßenhändlers nach einem Streit mit Chomeinis Miliz ausgelöst. Mit der Behauptung, die Turkmen*innen seien entweder ehemalige Geheimdienstler oder „Kommunisten“, stationierten die Regierung und Chomeini eine Miliz, die von Jets und einem Kampfhubschrauber unterstützt wurde, um die Bewegung zu unterdrücken.
Doch obwohl diese Truppe die Stadt unter Kontrolle bringen konnte, war die Regierung gezwungen, den Turkmen*innen die gleichen Zugeständnisse zu machen, die sie kürzlich den Kurd*innen gewährt hatte – das Recht, in ihrer Sprache zu unterrichten und zu senden.
Auch wenn die Kämpfe vorerst aufgehört haben mögen, bleiben die grundlegenden Probleme bestehen. Die soziale Krise dauert an, und die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Forderungen der Bevölkerung, besonders der Minderheiten, wurden nicht erfüllt. Die besonders harte Opposition Chomeinis und seiner Miliz gegenüber den Turkmen*innen zeigt, dass ein Iran unter ihrer Kontrolle nicht in der Lage wäre, die nationale Frage zu lösen. Im Gegenteil, ihre Herrschaft könnte zu einer Verschärfung der nationalen Kämpfe im Iran führen.
Nur die Bildung einer unabhängigen Arbeiter*innenpartei, die für die Interessen der Minderheiten und ihr Recht auf Selbstbestimmung kämpft, neben den Forderungen der Arbeiter*innenklasse insgesamt, kann das Volk des Iran gegen seine wirklichen Unterdrücker*innen, den iranischen und den Weltkapitalismus, vereinen und den Aufbau eines sozialistischen Iran beginnen.
Von unserem Korrespondenten
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