Schlagwort: 1896
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Clara Zetkin: Wie sollen sich die Arbeiterinnen organisieren?
[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 6. Jahrgang Nr. 8, 15. April 1896, S. 57 f.] Der im nächsten Monat in Berlin tagende Gewerkschaftskongress wird sich einem vorliegenden Antrage entsprechend jedenfalls auch mit der Frage der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiterinnen beschäftigen. Denn wenn auch der vom „Verband der Schneider und Schneiderinnen“ gestellte…
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Franz Mehring: Nur keine Verwechslung!
[Die Neue Zeit, XIV. Jahrgang 1895-96, II. Band, Nr. 30, S. 97-101] f Berlin, 15. April 1896 Die neueste Schießprügelei zwischen zwei königlichen Zeremonienmeistern, deren einer daran hat glauben müssen, bietet dem deutschen Philister willkommenen Anlass, in moralischer Entrüstung zu machen. Dies harmlose Vergnügen könnte man ihm auch gern gönnen, wenn er sich nur herbeilassen…
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Franz Mehring: Geschichts-Wissenschaftliches
[Die Neue Zeit, XIV. Jahrgang 1895-96, II. Band, Nr. 28, S. 33-37] f Berlin, 1. April 1896 Professor Karl Lamprecht in Leipzig, der bekannte Historiker, hat kürzlich ein Schriftchen über „Alte und neue Richtungen in der Geschichtswissenschaft“ (Berlin, Hermann Heyfelder) veröffentlicht, das wir mit lebhaftem Interesse zur Hand nahmen. Der etwas anspruchsvolle Titel ließ uns…
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Franz Mehring: Preußische Polizeiwirtschaft
[Die Neue Zeit, XIV. Jahrgang 1895-96, I. Band, Nr. 25, S. 769-772] f Berlin, 11. März 1896 Wie zu erwarten stand, ist die Freie Volksbühne in dem Verwaltungs-Streitverfahren unterlegen, das sie gegen den Versuch des hiesigen Polizeipräsidiums, sie unter polizeiliche Zensur zu stellen, anhängig gemacht hatte. Das Oberverwaltungsgericht hat entdeckt, die Freie Volksbühne sei so…
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Franz Mehring: Sächsisches
[Die Neue Zeit, XIV. Jahrgang 1895-96, I. Band, Nr. 23, S. 705-708] f Berlin, 26. Februar 1896 Einer aus König Stumms Garde soll gesagt haben, hunderttausend Köpfe müssten springen, ehe wieder Ruhe und Frieden im Deutschen Reiche sein werde, und das gleiche Programm hat der brave Bismarck in seinem Hamburger Leibblatte verfochten. Mit etwas weitläufigeren…
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Clara Zetkin: Keine Wohltat, ein Recht
[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 6. Jahrgang Nr. 7, 1. April 1896, S. 49 f.] Laut und eindringlich fordern seit 1885 die aufgeklärten deutschen Arbeiterinnen die Anstellung weiblicher Fabrikinspektoren. Ihre Forderung wird nachdrücklich unterstützt von der Sozialdemokratie, wie der 1890 von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eingebrachte vollständige Entwurf eines Arbeiterschutzgesetzes und das…
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Clara Zetkin: Das Vereins- und Versammlungsrecht vor dem Reichstage
[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 6. Jahrgang Nr. 6, 18. März 1896, S. 42] In drei Sitzungen verhandelte der Reichstag über die von den Sozialdemokraten und der freisinnigen Volkspartei beantragte Reform des Vereins- und Versammlungsrechts, welche an Stelle der Buntscheckigkeit Einheitlichkeit, an Stelle polizeilicher Willkür und richterlicher Spitzfindigkeit Rechtssicherheit, an Stelle…
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Clara Zetkin: Zu Liebknechts siebzigstem Geburtstag
[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 6. Jahrgang Nr. 6, 18. März 1896, S. 42] Am 29. März feiert der Bewährtesten und Besten Einer, die für des Proletariats Befreiung gekämpft, feiert Wilhelm Liebknecht seinen siebzigsten Geburtstag. Köstlich war die Zeit, die hinter ihm liegt, denn sie ist Mühe und Arbeit gewesen im…
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Clara Zetkin: „Arbeiterinnen pflegen keine Vestalinnen zu sein“
[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 6. Jahrgang Nr. 6, 18. März 1896, S. 41 f.] Ein Wort ist kürzlich gefallen – an berufener Stelle und aus berufenem Munde – welches blitzschnell, scharf umrissen die Denkweise der herrschenden über die beherrschte Klasse offenbart. „Die Arbeiterinnen pflegen – Ausnahmen abgerechnet – ja keine…
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Clara Zetkin: Auf der Armesünderbank
[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 6. Jahrgang Nr. 5, 4. März 1896, S. 33 f.] Auf der Armesünderbank vor der breitesten Öffentlichkeit im Reichstage saß wieder einmal „die beste alter Welten“ in Gestalt ihrer berufenen politischen Vertreter: der bürgerlichen Parteien jeder Observanz mitsamt einem hohen Bundesrat. Allerdings nicht als Angeklagte wähnten…