Franz Mehring: Eine Komödie der Irrungen

[Die Neue Zeit, X. Jahrgang 1890-91, I. Band, Nr. 3, S. 65-68]

f Berlin, den 26. Oktober

Das sozialdemokratische „Volksblatt,“ welches für die Nachbarkreise von Berlin erscheint, hat aus völlig sicherer Quelle erfahren, das die Regierung sich seit längerer Zeit mit dem Plane beschäftige, für Berlin förmliche Stadtviertel aus Häusern mit nur Arbeiterwohnungen bestehend anzulegen, Arbeitergenossenschaften sollen die Sache in die Hand nehmen; der wöchentliche Beitrag pro Mann werde zwanzig Pfennig betragen. Das notwendige Kapital stelle die Invaliden- und Altersversorgungskasse zur Verfügung. Die Vertreter der Regierung hätten bereits mit einigen Gewerkschaftern Fühlung genommen; man wünsche, dass der Plan als aus den Reihen der Arbeiter hervorgehend erscheinen möge, doch sei der von einer Seite gemachte Vorschlag, sich mit den maßgebenden Führern der sozialdemokratischen Partei in Verbindung zu setzen, abgelehnt worden. Als Muster sollten die in Hannover bereits gebauten Arbeiterhäuser dienen. Um sich dieselben ansehen zu können, würden den Arbeitern, welche mittun wollten, Tagegelder und freie Fahrt angeboten; Geld dazu sei übergenug vorhanden. So das „Volksblatt.“ Die „Freisinnige Zeitung“ aber bestätigt, das ähnliche Nachrichten mehrfach verbreitet seien, und sie fordert von „zuständiger Seite“ eine „Klarstellung“ dieser „unklaren, staatssozialistischen Projekte“.

In der Tat – ohne gerade jede Einzelheit der vom „Volksblatt“ veröffentlichten Mitteilung zu vertreten, möchten auch wir annehmen, das dieser Rauch ein bereits lustig flackerndes Feuerlein ankündigt. Die Wohnungsfrage ist keine spezifische Arbeiterfrage, aber eben deshalb! Der Bodenwucher in Berlin beutet selbst die Geheimen Räte in empfindlicher Weise aus – die Wohnungsgeldzuschüsse der Beamten wirken nur als eine Quelle der Mietsteigerungen mit – und auch das Großbürgertum hat ein lebhaftes Interesse an der Lösung der Wohnungsfrage, sintemalen die „schlechten Viertel,“ in denen die Arbeiter zusammengedrängt leben, die Brutstätten der schlimmsten Seuchen bilden. Und diese Seuchen sind unehrerbietig genug, den Kapitalisten ebenso unbarmherzig fort zu raffen, wie den Proletarier. Speziell in Berlin hat die Wohnungsfrage schon vor zwanzig Jahren zu nicht unbedenklichen Katastrophen geführt, und der Regierung wird schwerlich entgangen sein, wie tief die betreffenden Übelstände seit einiger Zeit wieder von der hiesigen Bevölkerung – und keineswegs von ihren proletarischen Elementen allein – empfunden werden. Das rasche Anwachsen des „Vereins Berliner Wohnungsmieter“ und des „Bundes für Bodenbesitzreform“ legen neben vielem Anderen dafür beredtes Zeugnis ab. Danach ist es ratsam, die klassischen Abhandlungen von Engels über die Wohnungsfrage zur Hand zu nehmen, insbesondere die zweite: „Wie die Bourgeoisie die Wohnungsfrage löst;“ mit diesem Leitfaden in der Hand wird man sich sofort in jeder Szene der von dem „Volksblatte“ signalisierten Komödie der Irrungen orientiere können. Wir wollen hier nur mit einigen raschen Strichen das Vorspiel dieser Komödie zeichnen, das sich eben abgespielt hat und das an und für sich schon eine artige kleine Komödie der Irrungen darstellt.

Trotz des Wohnungskrachs, der gleich nach dem französischen Kriege in Berlin ausbrach, kam es zu keinem irgend nennenswerten Versuche, die Wohnungsfrage vom Standpunkte der Bourgeoisie aus „prinzipiell“ zu lösen. Erst im Sommer von 1886 bildete sich eine sogenannte „gemeinnützige“ Baugenossenschaft: sie wurde von dem Reichstagsabgeordneten Schrader und dem Stadtverordneten Wohlgemuth begründet, zwei Leuchten der freisinnigen Partei; im Aufsichtsrate saßen und sitzen unter Anderen ein Redakteur der freisinnigen Wochenschrift „Nation und der gleichfalls freisinnige Rechtsanwalt Meschelsohn, der 1890 in Erfurt als Kandidat für den Reichstag aufgestellt war. Zweck dieser „Berliner Baugenossenschaft“ ist, für Arbeiter, Handwerker und kleine Beamte billige und gesunde Wohnhäuser zu bauen und dieselben zum Selbstkostenpreise von ihren Mitgliedern erwerben zu lassen. Mitglied der Genossenschaft kann Jeder werden, der sich zur Erwerbung von mindestens einen Geschäftsanteile im Betrage von 200 Mark verpflichtet, welcher durch Wochenbeiträge von mindestens 40 Pfennig allmählich abbezahlt werden kann. Wer ein halbes Jahr der Genossenschaft angehört und mindestens 20 Mark Geschäftsanteil besitzt, kann sich nach Fertigstellung eines neuen Hauses zum Erwerbe melden; bei mehreren Reflektanten entscheidet das Los. Der Erwerber übernimmt das Grundstück mit allen Pflichten des Eigentümers, während vorläufig die Genossenschaft noch Eigentümerin bleibt. Er bezahlt 6 Prozent der Kostensumme, von denen jedoch nur 4 Prozent als Mietzins gelten, während 2 Prozent zur Amortisation dienen und ihm gutgeschrieben werden. Ist durch diese Abzahlung in etwa 12 Jahren ein Drittel des Kaufpreises gedeckt, so wird das Grundstück dem Erwerber aufgelassen; die restierenden zwei Drittel werden als erste Hypotheken zu 4 Prozent eingetragen. Es ist dem Erwerber auch überlassen, durch höhere Amortisationszahlungen schneller in den tatsächlichen Besitz des Grundstücks zu kommen, Neben dieser Form der Vergebung baut die Genossenschaft auch auf Grund besonderer Verständigung für ihre Mitglieder Häuser, sobald der betreffende Bewerber sich bereit erklärt, ein Drittel des Betrages für Bau und Terrain sogleich bar zu bezahlen.

Dies die Grundzüge der Statuten, in denen sich das ausprägt, was Herr Baumeister Wohlgemuth, der eigentliche Leiter der Genossenschaft, den „Anfang zur. Lösung der sozialen Frage“ nennt. Ein Anfang, der sich als zunächst noch recht bescheiden herausstellt, wenn man auf die Leistungen der Genossenschaft blickt. In 5 Jahren hat sie gerade 40 Häuser in einigen Vororten von Berlin erbaut, insbesondere in Adlershof, das von der Mitte der Stadt, vom Stadtbahnhof Friedrichstraße, 40 Minuten Eisenbahnfahrt entfernt liegt. In dem laufenden Jahre sollen 36 neue Häuser gebaut werden, davon 16 größere gegen Drittel-Anzahlung und nur 20 kleinere zur Verlosung. Es wurde gegen diesen Vorschlag des Vorstandes in der am 5. April d. J. abgehaltenen Generalversammlung von einigen Genossenschaften rebelliert; sie meinten, die Lösung der sozialen Frage bestände doch nicht darin, wirtschaftlich stärkeren Leuten, die 4 bis 5000 Mark auf ein Brett zahlen können, billigen Grund und Boden, billiges Bauen und billige Hypotheken zu verschaffen, namentlich wenn die Gelder dazu von öffentlichen Anstalten unter der Firma der Gemeinnützigkeit hergegeben werden sollen; man solle doch nicht, um den Geschäftsumfang zu steigern, die grundlegenden Gesichtspunkte außer Augen lassen, – aber die Mehrheit der Generalversammlung stimmte dem Vorschlage des Vorstandes zu. Und zwar ganz logischer Weise. Denn nicht die „Gemeinnützigkeit“ ist der „grundlegende Gesichtspunkt“ der „Berliner Baugenossenschaft“, sondern die kapitalistische Spekulation, und demgemäß lag der Generalversammlung die Steigerung der Dividende, die jetzt. schon 5 Prozent beträgt, mehr am Herzen, als der Bau von wirklichen Arbeiterwohnungen.

Aber auch mit diesen Wohnungen, mit den Verlosungshäusern, hat es so seine kapitalistischen Haken. Es sind Zwei-Familien-Häuser; jede der beiden Wohnungen besteht, soweit die Häuser 6–7000 Mark kosten, aus zwei heizbaren Stuben, Küche, Flur, Keller, Dachgeschoss; hinter dem Hause ist ein Stallgebäude mit Waschküche, Stall und Abtritt, Dazu ein Brunnen und die Umzäunung des Grundstückes, das je nachdem 35–40 Quadratruten Terrain umfasst. Nehmen wir das billigste dieser Häuser, welches 6000 Mark kostet, und setzen wir hier einfach die Rechnung her, welche die Baugenossenschaft aufweist, um die „Vorteile“ dieser „Hauserwerbung in das rechte Licht zu stellen.“ Sie lautet wörtlich:

Haus Nr. 1 kostete dem Erwerber Mk. 6000

4 Prozent Mietzins pro anno „ 240

Miete aus Parterrewohnung „ 180

Bleiben für 2 Stuben und Küche Mk. 60

Ferner 2 Prozent Amortisation „ 120

Vom Erwerber jährlich zu leisten Mk 180

Man sieht somit leicht, worin der „Vorteil dieser „Hauserwerbung“ besteht: Der Mieter wälzt – bei völliger Gleichheit der beiden Wohnungen – die Hälfte seines Mietzinses auf seine Abmieter. Der Proletarier beutet den Proletarier aus; das ist der „Anfang zur Lösung der sozialen Frage.“ Der ausgebeutete Proletarier kann sich zunächst einen noch ärmeren Proletarier suchen, den er wieder ausbeutet, und in der Tat sahen wir bei einem Besuche in Adlershof an mehreren Verlosungshäusern die ominösen Zettel: „Zimmer zu vermieten“, aber dann ist genau denselben elenden Wohnungszuständen, welche angeblich gebessert werden sollten, Tür und Tor geöffnet. Wie epidemisch die Ausbeutungssucht um sich greift, wie schnell sich unter den Vorbedingungen kapitalistischer „Sozialreform“ jene „widrige Karikatur“ erzeugt, die Lassalle in seinem „Offenen Antwortschreiben“ geißelt: nämlich „Arbeiter mit Arbeitermitteln und Kapitalistengesinnungen, “ dafür noch ein Beispiel. Die vorstehende Berechnung ist dem. Jahresberichte der „Berliner Baugenossenschaft“ für 1888 entnommen, in ihrem Jahresberichte für 1889 teilt sie mit, verschiedene Genossenschaften hätten die Hinzufügung einer besonderen Dachwohnung verlangt und nunmehr erläutert sie die „Vorteile“ einer solchen „Hauserwerbung“ wie folgt:

Haus X. X. Kostete Mk. 8350

4 Prozent Miete pro anno „ 334

Miete aus Parterre und Dachwohnung „ 315

Bleiben für 2 Stuben und Küche „ 19

Ferner 2 Prozent Amortisation „ 167

Vom Erwerber jährlich zu leisten „ 186

Hier hat also der Erwerber schon fasst seine ganze Miete auf seine Abmieter gewälzt und wenn die Letzteren sich in entsprechender Weise an anderen Proletariern erholen wollen, so liegt es auf der Hand, wie schnell eine Überfüllung der Häuser eintreten muss und wird. Ohnehin ist es fraglich, ob dieselben auch nur in rein gesundheitlicher Beziehung gar so große Vorzüge vor den hiesigen Mietskasernen besitzen. An frischer Luft fehlt es ihnen freilich nicht, denn sie liegen auf freiem Felde, Aber sie sind dünn gebaut, die Mauern haben nur einen Stein Dicke; die Wohnungen sind deshalb im Winter trotz ihrer Enge sehr kalt und namentlich auch, da der Grund und Boden noch nicht entwässert ist, sehr feucht. Es fehlt ferner nicht nur, wie selbstverständlich, an Gas- und Wasserleitung, sondern auch an der Straßenbeleuchtung und sogar an Straßenpflaster. Genug, bei der ökonomisch unausbleiblichen Überfüllung dieser Häuser liegt die Gefahr nur allzu nahe, das sie über kurz oder lang die Herde verheerender Epidemien werden, und insofern begreift es sich, das die Gemeinde Adlershof der Baugenossenschaft möglichst viele Schwierigkeiten in den Weg gelegt hat, so dass die Letztere ihre Bautätigkeit daselbst einzustellen beabsichtigt. Sie will nunmehr nur noch in zwei anderen Vororten bauen: in Hermsdorf und in Lichterfelde: in diesem Vororte aber nur Drittel-Anzahlungs-Häuser.

Es bleibt noch eine „gemeinnützige“ Seite dieser „gemeinnützigen“ Gesellschaft zu betrachten übrig: nämlich die Beschaffung ihrer Betriebskapitalien. Da der Bau von Proletarierwohnungen ein durchaus rentables Geschäft ist und die Baugenossenschaft ihre Hypotheken mit 3½ und 4 Prozent verzinst, so könnte es scheinen, als ob die Darlehensgeber sich nur ein mäßiges Verdienst um die Menschheit erwürben. Gleichwohl votiert ihnen Vorstand und Aufsichtsrat öffentlich „den herzlichsten Dank der Genossenschaft, da es für größere Kapitalisten immerhin gewisse Unbequemlichkeiten im Gefolge hat, kleine Summen gegen die üblichen Zinsen auszuleihen.“ Man ermesse danach die „Gemeinnützigkeit“ dieser „größeren Kapitalisten!“ Die Genossenschaft nennt ihrer leider nur zwei, einen, der mit ihr, und eine, mit dem sie Reklame machen will. Jener ist der Inseratenagent Mosse, dieser – der Handelsminister v. Berlepsch.

Die privaten Darlehen reichten aber bei alledem nicht aus; etwa 50 Verlosungshäuser in 6 Jahren waren schon für die gegen 900 Mitglieder der Genossenschaft, geschweige denn für die allgemeine Nachfrage nach Arbeiterwohnungen nur ein Tropfen für den heißen Stein, Herr Wohlgemut hielt also Umschau nach reicheren Geldquellen und so brachte er am 15. Januar ds. Js. in der hiesigen Stadtverordnetenversammlung den Antrag ein, eine gemischte Deputation der beiden städtischen Behörden solle darüber beraten, in welcher Weise von Gemeindewegen die gemeinnützigen Baubestrebungen unterstützt werden könnten. Der Antrag wurde nach einer unwesentlichen Debatte angenommen, offenbar weil die Hausbesitzer-Mehrheit in der Sicherheit, die Beratungen der gemischten Deputation doch im Sande verlaufen lassen zu können, den Schein der „Gemeinnützigkeit““ zu wahren wünschte. Außerhalb des roten Hauses fielen die Hausbesitzer um so erbarmungsloser über Herrn Wohlgemuth her. In dem einen ihrer Vereine wurde sein Antrag mit der „Kartoffelkrankheit und Impfseuche“ verglichen; ein anderer Verein nennt ihn in einer Petition den „Ruin von tausend staatserhaltenden Existenzen, eine Störung des sozialen Friedens in. allen haus- und kapitalbesitzenden Ständen; ein dritter erklärte „den städtischen Grundbesitz für das, was früher der ländliche gewesen sei, nämlich die eigentliche Stütze des Staats“ und so mit Grazie ins Endlose. Zur Kennzeichnung dieser „sesshaften. Elemente“ sei Übrigens beiläufig bemerkt, dass – nach einer Ausführung des Oberbürgermeisters Bötticher-Magdeburg im preußischen Herrenhanse vom 22, Januar ds. Js. – hier in 9 Jahren (von 1879 bis 1887) von rund 20.000 bebauten Grundstücken nicht weniger als 16.431 in andere Hände übergegangen sind, davon 2130 in Folge Erbganges und 14.301, also immer noch 70 Prozent, in Folge Verkaufs. Genug, diese Bodenmonopol-Wüteriche fielen über den armen Herrn Wohlgemuth her, als wäre er nicht, was er tatsächlich ist, eine Säule des kapitalistischen Freisinns, sondern ein roter Sozialdemokrat, und er musste unermüdlich von den Hausbesitzervereinen in die Bezirksvereine und von den Bezirksvereinen in die politischen Vereine traben, um zu versichern, er wolle nur „den heute umstürzlerischen Ideen huldigenden Arbeiter zu einem Grundbesitzer erziehen.“ Half ihm aber Alles nichts, und die „Freisinnige Zeitung,“ welcher die brutalsten Formen der Ausbeutung immer die liebsten sind, blieb dabei, diesem unheimlichen Sozialisten sei trotz alles seines Geredes von „Selbsthilfe“ nicht über den Weg zu trauen. Unseres Erachtens berauscht sich Herr Wohlgemuth denn auch an einer Illusion, wenn er kürzlich behauptete, höchst wahrscheinlich würden die städtischen Behörden seiner Baugenossenschaft von dem städtischen Grundbesitze in Osten der Stadt ein bedeutendes Areal zum Selbstkostenpreise überlassen. Das werden sie ganz gewiss nicht tun, und zwar wird die kapitalistische Mehrheit, wie die sozialistische Minderheit, sei es auch aus sehr verschiedenen Beweggründen, sich gleichmäßig weigern, einer privaten Spekulationsgesellschaft zum Selbstkostenpreise städtisches Areal zu überlassen, welches die Mitglieder dieser Gesellschaft sofort zum Marktwerte weiter veräußern können.

Aber die „Berliner Baugenossenschaft“ hat mehr als einen Strang auf ihrem Bogen, und was ihr die Stadt versagt, mag ihr der Staat gewähren. Der Handelsminister von Berlepsch scheint sich in der Tat nicht nur als „größerer Kapitalist“ für den „Anfang zur Lösung der sozialen Frage“ im Sinne des Herrn Wohlgemuth zu interessiere; er hat die Verlosungshäuser in Adlershof besucht und auch sein staatsmännisches Wohlgefallen über diese Anlage ausgesprochen, ja er hat das forstfiskalische Terrain zwischen Adlershof und Köpenick der „Berliner Baugenossenschaft“ zum Bau für Arbeiterwohnungen angeboten, und dies Angebot ist nur daran gescheitert, dass die Gemeinde-Vorstände sowohl von Adlershof wie von Köpenick sich geweigert haben, jenes Terrain zu inkommunalisieren. Vielleicht ist es auch der Fürsprache des Handelsministers zu danken, das die Alters- und Invalidenversicherungs-Anstalt der Provinz Brandenburg (Vorsitzender Reichstags-Präsident von Levetzow) auf das Gesuch des Vorstandes die Beleihung sämtlicher erbauten und noch zu erbauenden Häuser der Genossenschaft mit 4 Prozent Hypotheken bis zur Hälfte des Wertes zugesagt hat. Die „Berliner Baugenossenschaft“ wird nunmehr, wie Herr Wohlgemuth anzeigt, ihre „eigentliche Tätigkeit“ beginnen. Inwieweit dieselbe mit den Plänen zusammenhängt, welche die im Eingange dieser Zeilen erwähnte Zeitungsnotiz ankündigt, ist vorläufig nicht zu erkennen. Aber die Tatsache, das der preußische Handelsminister die Leistungen der Baugenossenschaft auf dem Gebiete der Wohnungsfrage als eine Art idealer „Sozialreform“ betrachtet, verleiht der vorstehenden Darstellung wohl unter allen Umständen ein bescheidenes Interesse.


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