[eigene ältere Übersetzung, Militant, 13. Oktober 1978, S. 10 f.]
Die jüngste Demonstration von 250.000 auf dem Dschaleh-Platz in Teheran trotz Kriegsrecht führte zum Massaker an bis zu 3.000 Menschen und ist ein Zeichen für die größte Oppositionswelle, seit der Schah 1953 mit Unterstützung der CIA zurück an die Macht gebracht wurde.
Seit im letzten Januar bei einer Demonstration in der heiligen Stadt Ghom Hunderte erschossen wurden, haben sich trotz schwerer Unterdrückung Generalstreiks und Demonstrationen über alle größeren Städte verbreitet, einschließlich Teheran, Isfahan, Schiras und der Tempelstadt Mesched.
Die Politik des Schahs, an die religiösen Führer Zugeständnisse zu machen, steht in scharfem Gegensatz zur brutalen Unterdrückung der Arbeiter*innenstreiks, die es nicht schafft, die junge iranische Arbeiter*innenklasse einzuschüchtern.
Die herrschende Klasse im Iran und international versucht, diese Ereignisse als Kampf zwischen einem „fortschrittlichen“ Schah, der der Liberalisierung und Industrialisierung verpflichtet ist, und einer reaktionären Geistlichkeit darzustellen. Weithin glauben die Leute, dass der kürzliche furchtbare Kinobrand in Abadan, in dem 400 Menschen starben, für den religiösen Fanatikern die Schuld gegeben wurde, von Agent*innen der gefürchteten Geheimpolizei SAVAK verursacht wurde, als vergeblicher Versuch, diese Sichtweise zu rechtfertigen.
Leute fragen, warum die Fenster und Türen des Kinos anscheinend von außen verschlossen waren, und warum das Feuer vier Stunden wüten durfte, obwohl die nächste Feuerwehr drei Minuten entfernt war. Egal, ob dieser Verdacht begründet ist, er zeigt den Hass auf SAVAK und den Schah.
In Wirklichkeit spielt die Geistlichkeit nur eine zweitrangige Rolle beim Massenwiderstand gegen die Tyrannei des Schah. In den Moscheen wird während der Gebete verbotene Literatur verteilt. Wie in Lateinamerika heute oder in den letzten Jahren von Francos Spanien ist die Geistlichkeit die einzige halbautonome Einrichtung in der Gesellschaft und muss einfach in gedämpfter und verzerrter Form die Wut der Massen ausdrücken. Aber die Arbeiter*innenklasse und die Jugend sind nicht bereit, sich durch die religiöse Hierarchie beschränken zu lassen.
Ein Artikel in der amerikanischen Zeitschrift „Newsweek“ kommentierte: „Die Masse schwärmte unter der Führung von Teenagern und verschleierten Frauen über den Dschaleh-Platz… sie waren wütend über die Verhängung des Kriegsrechts wenige Stunden vorher und schrien (den religiösen Führer) Ajatollah Nuri nieder, der sie aufforderte, sich zu verstreuen, und dann begannen sie, Soldaten mit Steinen und Ziegeln zu bewerfen. Der Pöbel kämpfte mit den Tränengasschwaden und näherte sich den Armeeketten. Schließlich hoben die Truppen ihre halbautomatischen Gewehre und schossen Salven in die Luft ab. Sie senkten ihre Läufe und als sich die Menge weiter näherte, schossen sie Salve auf Salve auf die Demonstranten ab.“
Demonstrant*innen trugen Plakate, die „Rache gegen den brutalen Schah und seine amerikanisch-imperialistischen Freunde“ und „eine sozialistische Republik auf der Grundlage des Islam“ forderten. (Newsweek, 18. September) Diese Losungen sind zwar verwirrt, sie zeigen aber, dass soziale Forderungen und nicht religiöse Tiraden der herrschen Klasse Angst machen. Kein Wunder, dass der Schah „sichtbar erschüttert“ („Newsweek“) war über diese Demonstrationen.
Das schnelle Wachstum der iranischen Wirtschaft, hauptsächlich auf der Grundlage von Öl, hat die Stärke der Arbeiter*innenklasse sehr gesteigert. 1947 hatte der Iran nur 175 große Unternehmen, die insgesamt 100.000 Arbeiter*innen beschäftigten. 1972 waren diese Zahlen jeweils 6000 und 1.800.000. Die „Financial Times“ (12. September) schätzt die gegenwärtige Größe der Arbeiter*innenklasse auf drei Millionen.
Zwischen 1972 und 1975 stiegen die Öleinnahmen je Fass von 1,50 Dollar auf 10,20 Dollar. Dies führte zu einem Boom, in dem das Bruttosozialprodukt um 34 Prozent (1973-74) und 42 Prozent (1974-75) anstieg. Die Inflation stieg auch scharf um 60 Prozent bzw. 34 Prozent.
Die westlichen Monopole, die durch billige Arbeitskräfte und Unterdrückung von Gewerkschaftsrechten vom Iran angezogen wurden, standen einer frischen jungen Arbeiter*innenklasse gegenüber, die durch Arbeitskräftemangel gestärkt war und durch die unerträglichen Bedingungen und steigenden Preise zu heroischen Streiks herausgefordert wurde. Wegen dem Massendruck und dem Niedergang des Feudalismus kündigte der Schah eine Bodenreform, die auf dem Papier blieb, und Alphabetisierungsprogramme an. Die Arbeiter*innen erlangten einen staatlichen Mindestlohn (der auch weitgehend nur auf dem Papier steht), der mit der Inflation Schritt hielt.
Löhne und Bedingungen sind trotzdem grässlich. In manchen Regionen erhalten Arbeiter*innen nur 79 Pence für einen Arbeitstag, der von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends dauert! Viele Arbeiter*innen verdienen nur 40 Pfund im Jahr, während Mieten jetzt zwei Drittel der Mieten in Paris betragen. In Wirklichkeit verdienen 73 Prozent der Arbeiter*innen weniger als den offiziellen „Mindestlohn“!
In Hamadan sind 50 Prozent der Arbeiter*innen arbeitslos und die Arbeitgeber konnten Löhne willkürlich senken und die Arbeitszeit auf 18 Stunden verlängern! In Mesched sind zwei Drittel der Teppicharbeiter*innen Kinder zwischen 6 und 10, obwohl es offiziell „illegal“ ist, Kinder unter 12 zu beschäftigen. Selbst die Hauptstadt Teheran hat keine Kanalisation. Tuberkulose und Rachitis sind weit verbreitet und arbeitende Frauen haben so zerstörerische Arbeitsbedingungen, dass in Kaschan und Aaran die meisten Kinder mit Kaiserschnitt geboren werden.
Die Bäuer*innenschaft hatte von den „fortschrittlichen“ Maßnahmen des Schah nicht mehr nutzen als die Arbeiter*innen. 1.200.000 wurde ihr Land weggenommen und 500.000 wurden ganz von ihrem Land vertrieben. Dies hat zu Nahrungsmittelknappheit und Elend geführt. Inzwischen ist es der herrschenden Klasse gut gegangen. Die obersten 10 Prozent der Bevölkerung geben 40 Prozent des Geldes aus. Der Schah soll der reichste Mann der Welt sein. Die „Financial Times“ drückt ihre Stellung sehr einfach aus: „Die britische Wirtschaft muss sich einfach für Investitionsmöglichkeiten im Iran interessieren, wo Profite gemacht werden können und Arbeiter*innen nicht streiken dürfen.“
1976 war der Boom vorbei. Er führte zu Knappheit bei qualifizierten Arbeiter*innen, Verschwendung, Korruption und einem Ölüberschuss. Der Zahlungsbilanzüberschuss geht trotz Öl von 5,084 Milliarden 1976-77 Dollar auf 3,535 Milliarden Dollar 1977-78 und geschätzte 600 Millionen Dollar 1978-79 zurück. Handelsschranken haben das Exportwachstum begrenzt und vor allem die EG-Textilbeschränkungen haben den Iran hart getroffen. Auf dem Binnenmarkt von 34 Millionen gibt es kein Geld, um einen Konsumboom zu finanzieren.
Das Ergebnis ist, dass die Industrie zu einem Bruchteil ihrer Kapazität arbeitet, Unternehmer*innen ziehen sich zurück und Investitionen sind niedrig. die jüngste „Financial Times“-Beilage zum Iran ist voller Schlagzeilen wie „Wirtschaft verlangsamt sich“, „industrielle Ziele zu hoch“, „Depression in der Landwirtschaft“, „Abhängigkeit vom Öl immer noch zu hoch“, „akuter Arbeitskräftemangel“, „petrochemische Industrie erreicht ihre Ziele nicht“ und „unberührter Reichtum an Mineralien“.
Immer mehr werden die Ressourcen an Reichtum und Menschen in Unterdrückungsmittel für die Arbeiter*innenklasse investiert, die einzige Kraft, die die iranische Gesellschaft vorwärts bringen kann. Die Armee ist 190.000 Mann stark, Marine und Luftwaffe sind weitere 12.000 Mann und SAVAK hat 65.000 Agent*innen und Waffen im Werten von Millionen Pfund. Sie verwendet so teuflische und ausgefeilte Unterdrückungstechniken, dass selbst Pinochets Folterer in den Iran zur Fortbildung geschickt wurden.
Diese Kräfte drücken die berechtigte Furcht des Schah vor der Arbeiter*innenklasse aus, besonders jetzt, wo er die Einführung eines neuen „Bonus“systems zur Senkung der Löhne um 20 Prozent plant. Allein im Arjameh-Stahlwerk arbeiten unter einer Belegschaft von 3.000 Arbeiter*innen 50 SAVAK-Agent*innen.
Seit 1972 hat die Arbeiter*innenklasse eine Reihe von heroischen Streiks geführt, die mit der Asmajesch-Fabrik begannen, wo der Arbeitsminister feindliche Demonstrationen erlebte, als er persönlich kam, um zur Wiederaufnahme der Arbeit zu appellieren.
Aber auch unter der Mittelschicht hat der Schah alle Unterstützung verloren, die er hatte – unter der Intelligenz, den Student*innen, der Jugend, den Geistlichen und – das schlechteste Vorzeichen von allen – unter der Armee.
Wir können wieder die amerikanische kapitalistische Zeitschrift „Newsweek“ zitieren:
„Ein wütender Pöbel von 1.500 Trauernden letzte Woche brüllte „Tod dem Schah“ und fiel über ein einzelnes gepanzertes Fahrzeug am Tor von Teherans Bescheste-Zahra-Friedhof her. Das gepanzerte Fahrzeug hielt seine Stellung und der junge kommandierende Major nahm das Sprachrohr. „Wir haben nicht die Absicht, euch zu töten“, rief er. „Ihr seid unsere Brüder.“ Er nahm seine Pistole aus dem Halfter. „Hier nehmt meine Pistole und tötet mich, wenn ihr wollt“, rief er. Die Trauernden jubelten und begannen, den Major und seine Leute mit Blumen zu bewerfen.“
Mehrere Wehrpflichtige erschossen ihre Offiziere oder begingen Selbstmord, wenn ihnen befohlen wurde, auf Demonstrant*innen zu schießen, und viele Deserteure und Meuterer wurden in den letzten Wochen erschossen.
Ein von „Newsweek“ befragter US-Armeeoffizier sagte über die iranische Armee: „Ich würde nicht viel Vertrauen in ihre Zuverlässigkeit setzen. Wir wissen nicht, wo die Bruchstelle ist.“ (25. September) Ein iranischer Offizier wurde auch zitiert: „Je länger der Schah seine Armee auf den Straßen lässt, desto größer ist die Ansteckungsgefahr.“
Panzer wurden zum ersten Mal seit 25 Jahren außerhalb des Palasts stationiert. Der Schah selbst sagte „Newsweek“: „Wir waren, denke ich, letzten Donnerstag in einer sehr schwierigen Lage, es war sehr knapp. die Menschen befolgten die Gesetze nicht. Sie beachteten die Warnungen der Regierung nicht im Mindesten. In der Tat hätten sie alles besetzen können, was sie wollten.“
Alle objektiven Bedingungen für eine revolutionäre Veränderung sind in der Gesellschaft vorhanden.
Die Arbeiter*innenklasse ist nicht bereit, die alte Ordnung länger hinzunehmen; sie war bereit, lieber zu Hunderten und Tausenden den Tod zu erleiden als klein bei zu geben. Die Millionen der nichtproletarischen Massen in Stadt und Land sympathisierten mit den Arbeiter*innen und waren feindlich gegenüber dem Regime. Die herrschende Klasse selbst war zwischen einer Politik von Zugeständnissen oder Zwang gespalten, es gab offene Feindseligkeit zwischen Monarchie, Geistlichkeit, Armee und Großunternehmern und eine schnelle Aufeinanderfolge von Regierungen.
Der entscheidende Faktor, der noch geschaffen werden muss, ist eine revolutionäre Partei, die die Energie der Massen einsetzen und ihrem gemeinsamen Hass auf die bestehende Ordnung bewussten Ausdruck verleihen könnte.
Die grausame Ironie der Lage ist, dass kein Flügel der sogenannten „Kommunistischen“ Bewegung bereit war, für den Sturz der Schah-Clique zu kämpfen – weder die Moskauer Bürokratie, die ihren südlichen Nachbarn, den Schah, zynisch während der letzten 20 Jahre stützte, noch die gleichermaßen zynische chinesische Bürokratie, die Hua auf eine Freundschaftsmission zum Schah schickte, gerade während dem Massaker an den Arbeiter*innen in Teheran.
Besonders die Haupt-Arbeiter*innenpartei, die Tudeh (Kommunistische Partei) hat den Test der Ereignisse nicht bestanden. Sie wurde 1941 gebildet und gewann nach der sowjetischen Besetzung Aserbaidschans im Nordiran (während Britannien den Süden besetzte) gewaltige Unterstützung. Dies gab der iranischen Arbeiter*innenklasse gewaltigen Auftrieb, die auf soziale Befreiung aus dem Norden hoffte.
1946 führten Aktivist*innen der Tudeh massive Streiks, einschließlich einem von 50.000 Ölarbeiter*innen um Khuristan (Südwestiran), der die Verstaatlichung des Öls forderte. Dies zwang die Kapitalist*innen, die Tudeh in die Regierung zu holen, um sie zu kompromittieren, zu diskreditieren und dann wieder rauszuwerfen.
Während der revolutionären Ereignisse von 1951, erlangte die Tudeh erneut massive Unterstützung mit einem Programm von Öl-Verstaatlichung und politischer Freiheiten. Straßenschlachten zwischen arbeitslosen Textilarbeiter*innen und Polizei fanden in Isfahan statt, und die Ölgesellschaft musste die Löhne um 35 Prozent anheben. Massendruck brachte den bürgerlichen Nationalisten Mossadegh an die Macht und der gegenwärtige Schah musste ins Exil fliehen.
Das Ausmaß der sozialen Krise war so groß, dass das Parlament einmütig (bei einer einzigen Enthaltung) für die Verstaatlichung des Öls stimmte. Die Mossadegh-Regierung führte große Reformen ein und manövrierte zwischen den Klassen.
Wenn damals die Gelegenheit ergriffen worden wäre, Komitees der Soldaten zur Untergrabung der Generäle zu bilden, die Arbeiter*innen gegen die Gefahr der Reaktion zu bewaffnen, den Bäuer*innen den Boden zu geben und den in Räten organisierten Arbeiter*innen die Industrie, dann wäre die Konterrevolution von 1953, als der Schah zurückgebracht wurde, unmöglich gewesen.
Es hat 25 Jahre gedauert, bis eine neue Generation herangewachsen ist, die von der Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit ihrer Eltern nicht in Mitleidenschaft gezogen ist.
Aber die Tudeh hat weiterhin nur von der Wiederkehr eines neuen Mossadegh geträumt. Sie begrenzt das Ziel willkürlich auf abstrakte Programme von „bürgerlicher Demokratie“ und erklärte schon 1947 „Britannien, die USA und Schweden zu ihren Modellen“!
Aber die iranische Gesellschaft kann sich nur auf sozialistischer Grundlage weiter entwickeln. Selbst die jüngsten Jahre von fieberhaftem Wachstum haben die sozialen und wirtschaftlichen Widersprüche der iranischen Gesellschaft nur weiter verschärft. Im Rahmen der weltwirtschaftlichen Stagnation kommt die einzige Linderung des unerträglichen Elends und der blutigen Unterdrückung im Iran durch die Enteignung der Großgrundbesitzer*innen, Multinationalen Konzerne und des iranischen Kapitals und der Entwicklung einer geplanten Wirtschaft.
Die soziale Krise ist so tief und der Druck auf die Armee so groß, dass ein Offiziersputsch nach dem Vorbild von Syrien und anderen Ländern nicht ausgeschlossen werden kann. So eine Militärregierung würde dann solch eine Lösung der Gesellschaft von oben in einer Art stalinistischem System aufzwingen, das auf den Staatseigentum an der Wirtschaft beruht, wo aber von Anfang an eine bürokratische Elite die Kontrolle hat.
Aber Iran ist nicht Syrien, Äthiopien oder Afghanistan! Mit einer Arbeiter*innenklasse von mindestens drei Millionen – fast 10 Prozent der Bevölkerung – könnte Iran den Weg von Russland 1917 beschreiten, vorausgesetzt, dass eine bewusste revolutionäre Partei geschaffen würde.
Die Lehren der jüngsten Ereignisse müssen Gegenstand zahlloser Diskussionen in den Fabriken und Arbeiter*innenvierteln sein. Die Lehren von 1947 und 1951-53 müssen auch in den Köpfen einer Schicht von Aktivist*innen existieren. Es gibt unheimliche Parallelen zur Periode vor der russischen Revolution.
Wie beim zaristischen Russland gab es einen Zustrom von ausländischem Kapital in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten, das eine mächtige Arbeiter*innenklasse geschaffen hat und die Traditionen des Feudalismus für alle Zeiten zerbrochen hat. Die besten Elemente innerhalb der Opposition wenden sich von ihren romantischen Träumen ab, den Schah durch terroristische oder Guerillamethoden zu stürzen und haben ihre Aufmerksamkeit auf die Arbeiter*innenklasse gerichtet.
Eine neue Arbeiter*innenklasse, für die die Wirklichkeit der kapitalistischen Ausbeutung frisch ist, die durch familiäre Bande mit dem Land verbunden ist, die durch das Fließband der Massenproduktion diszipliniert und nicht von liberalen und reformistischen Illusionen angesteckt ist, ist in einem heroischen Kampf auf die Bühne gestürmt. Die Aktivist*innen in den Fabriken müssen über die Rolle der sogenannten „Sozialist*innen“ und „Marxist*innen“ nachdenken, die vergeblich auf einen liberalen Erlöser warten.
Die Rolle des britischen und amerikanischen Imperialismus war das Stützen des Schah, um ihre Interessen im Iran zu schützen. Der britische Imperialismus exportiert Waren für 325 Millionen Pfund und hat umfangreiche Investitionen.
Die britische Arbeiter*innenbewegung muss Waffenlieferungen an den Iran beenden und die SAVAK-Aktivitäten in Britannien stoppen und auch den Kampf der Arbeiter*innen im Iran für politische Freiheiten, vor allem das Organisations- und Streikrecht, in allen Formen unterstützen.
Aber die iranische herrschende Klasse überlebt nur durch rücksichtslose Superausbeutung der Arbeiter*innen und wird keine grundlegenden demokratischen Rechte erlauben, außer als kurzfristiger Trick, um die Arbeiter*innen zu entwaffnen, wenn sie wie 1947 und 1951 mit dem Rücken zur Wand steht. Der Kampf gegen den Schah muss auch ein Kampf gegen den Kapitalismus und für die Verstaatlichung der Ressourcen des Iran unter Arbeiter*innenkontrolle und -management sein.
Ein sozialistischer Produktionsplan würde das industrielle und landwirtschaftliche Potenzial und die Bodenschätze zu heute ungeträumten Höhen entwickeln. Die unter einer klaren sozialistischen Führung organisierten Arbeiter*innen könnten effektiv an die Truppen appellieren, so dass ihre selbstlosen und mutigen Sympathieaktionen mit dem Volk nicht mehr wie heute nur zu Märtyrertum führen würden, sondern mit einer Kraft verbunden wären, die eine wirkliche und fassliche Hoffnung auf die Errichtung einer neuen Gesellschaft bietet und dem Iran von der Fäulnis und dem Schmutz des bestehenden Regimes reinigt.
Eine Aufforderung an die Arbeiter*innen und Bäuer*innen der benachbarten Länder, eine Arbeiter*innendemokratie im Iran zu unterstützen, würde den Zugriff des Imperialismus auf den Nahen Osten zerbrechen und die kranke Bürokratie der deformierten Arbeiter*innenstaaten in Russland und Osteuropa untergraben. Es wäre ein riesiger Schritt hin zu einem sozialistischen Nahen Osten, der allen Minderheiten (einschließlich Kurd*innen, Palästinenser*innen, Jüd*innen etc.) volle Rechte garantieren würde, und zu einer Sozialistischen Weltföderation.
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