August Bebel: Dritte Persönliche Bemerkung in der Reichstagsdebatte zur Abänderung der Gewerbeordnung

(66. Sitzung, Sonnabend den 14. Februar 1891)

[Nr. 1210. Stenografische Berichte über die Verhandlungen des Reichstags. 8. Legislaturperiode. I. Session 1890/91. Dritter Band. Berlin 1891, S. 1530]

Präsident: Zu einer persönlichen Bemerkung hat das Wort der Herr Abgeordnete Bebel.

Abgeordneter Bebel: Die letztere Zumutung weise ich zurück. Ich meine, wenn das in der Tat der Fall ist, dass die Herren die Lehrlingszüchterei bekämpfen, so sind sie Manns genug, das ohne meine Hilfe durchzuführen. Im Übrigen scheint der Herr Abgeordnete Biehl heute ungewöhnlich schwer von Begriffen zu sein. –

(Heiterkeit. Glocke des Präsidenten.)

Präsident: Ich möchte den Herrn Abgeordneten bitten, diesen Ausdruck zurückzunehmen.

Abgeordneter Bebel: – Dann hat er mich eben in einer mir schwer begreiflichen Weise missverstanden. Ich habe nicht dem Herrn Abgeordneten Biehl vorgehalten, dass er irgend wo und gegen irgend wen eine besonders harte Ausbeutung der Lehrlinge befürwortet hat; das lag in meinen Worten gar nicht. Ich betone nochmals, ich habe weiter nichts gewollt, als ihm den guten Rat zu geben, dass er seinen Einfluss möge geltend machen, dass der Ausbeutung der Lehrlinge ein Ende gemacht werde. Nun werden Sie mich wohl verstanden haben, Herr Biehl!

(Heiterkeit.)


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