[eigene Übersetzung des englischen Textes in Militant, Nr. 443, 16. Februar 1979, S. 1 und 2]
Diese Woche hat die iranische Arbeiter*innenklasse den Versuch einer Konterrevolution durch die dem Schah ergebene Kaiserliche Garde vollständig zerschlagen. Dieser Versuch löste einen Aufstand der Arbeiter*innenklasse von Teheran aus.
Mit einem Schlag wurden die Überreste des alten Regimes hinweggefegt. Gleichzeitig ist klar, dass die iranische Arbeiter*innenklasse eine vollständige Umgestaltung der Gesellschaft anstrebt.
Am letzten Freitag griffen Elemente der Kaiserlichen Garde den Luftwaffenstützpunkt an, wo Techniker*innen und zivile Arbeiter*innen ihre Unterstützung für Khomeinis Islamischen Revolutionsrat erklärt hatten. Die Pilot*innen wehrten sich, verteilten Waffen an die Bevölkerung und bald war der gesamte Südosten Teherans, ein Arbeiter*innenviertel, besetzt.
Der Versuch, das Rad der Revolution zurückzudrehen, drehte es stattdessen, wie in Portugal 1974-75, schneller vorwärts.
Die viel gepriesene mächtige iranische Armee wurde von den bewaffneten Arbeiter*innen zum Stehen gezwungen. Panzer wurden erobert, das Hauptquartier des SAVAK (Geheimpolizei) besetzt und Barrikaden kreuz und quer in den Straßen der Hauptstadt errichtet. Am Wochenende begann sich die Armee zu spalten, sodass die Generäle am Sonntag kapitulierten und die Streitkräfte zurück in die Kasernen beorderten.
Die Regierung Bachtiars trat zurück, und Khomeini rief sofort alle dazu auf, friedlich zu bleiben und keine Gebäude anzugreifen. Er wurde ignoriert.
Mit über 70.000 Waffen bewaffnet, einschließlich Gewehren, Maschinengewehren, Panzerabwehrwaffen und eine Reihe von Panzern, gingen die Arbeiter*innen gegen alle Symbole der alten Ordnung vor. Der Winterpalast des Schahs und das Hauptquartier der Kaiserlichen Garde wurden eingenommen. Der Generalstabschef wurde von seinen Offizierskollegen erschossen.
Die Gefahr eines Bürgerkriegs, von der die Kapitalist*innen sprachen, war gebannt. Die Masse der Bevölkerung unterstützte die Revolution und isolierte die den Schah unterstützenden Elemente zu einer kleinen Minderheit.
Alle Kräfte des kapitalistischen Staates waren nun machtlos gegenüber den bewaffneten Arbeiter*innen. Die Macht lag auf den Straßen.
Die Kapitalist*innen und die Basarhändler*innen, die Khomeini unterstützen, haben Angst, dass die Revolution bis zum Ende gehen wird. Jetzt sehen wir Appelle zur Ordnung, zur Rückkehr an die Arbeitsplätze und vor allem zur Rückgabe der Waffen. Die schiere Geschwindigkeit der Ereignisse im Iran hat den iranischen und internationalen Kapitalismus in Schrecken versetzt. Bachtiars Regierung sollte nach dem Abgang des Schahs für eine Atempause sorgen. Sie hielt genau 38 Tage. Jetzt hofft der westliche Kapitalismus, dass Khomeini auf die Bremse der Revolution treten wird.
Aber die Arbeiter*innen haben dafür gekämpft, ein System zu beenden, das den Schah hervorbrachte. Sie gaben Khomeini in seiner kompromisslosen Opposition gegen den „König der Könige” beträchtliche, aber niemals uneingeschränkte Unterstützung. Seine Regierung des Islamischen Revolutionsrats könnte diese Unterstützung verlieren, wenn sie versuchen würde, das gleiche System aufrechtzuerhalten.
Bachtiar verglich sich bewusst mit dem glücklosen Kerenski der russischen Revolution. Diese Rolle könnte in der kommenden Zeit auch Khomeini zufallen.
Was im Iran noch fehlt, ist eine marxistische Führung mit Massenunterstützung. Die Gefahr einer Verzögerung der Revolution ist klar. Die Armee wurde besiegt, aber nicht aufgelöst. 24 Familien kontrollieren nach wie vor einen Großteil der iranischen Unternehmen, und multinationale Konzerne die Wirtschaft.
Selbst jetzt könnte die iranische Revolution, wenn sie nicht voranschreitet, um die Monopole zu übernehmen und eine Arbeiter*innendemokratie zu errichten, einer Reaktion eine langfristige Chance auf Erholung und Rache an der iranischen Arbeiter*innenklasse geben.
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