Clara Zetkin: Zur Frage der Frauenleseabende

[Nach „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“, 21. Jahrgang Nr. 25, 5. September 1911, S. 386-390]

Die Frage der Lese- und Diskussionsabende, die auf der Tagesordnung der Frauenkonferenz steht, wird an Bedeutung für die sozialistische Frauenbewegung von keinem anderen Gegenstand übertroffen, dessen Behandlung vorgesehen ist. Sie ist eine Frage der inneren Fortentwicklung dieser Bewegung zu jener Klarheit und Reife, die sie in steigendem Maße dem allgemeinen proletarischen Emanzipationskampf eingliedert und leistungstüchtig für seine Schlachten macht. Um was es sich bei ihr handelt, sind die Mittel und Wege, einen starken Stamm von Genossinnen mit dem Wesen der sozialistischen Auffassung zu durchdringen, sie aus instinktiv mit ihrer Klasse Fühlenden zu zielklar mit dem Proletariat Arbeitenden und Kämpfenden zu bilden und sie dadurch zu befähigen, neue, größere Scharen der Frauen des werktätigen Volkes um das sozialistische Banner zu scharen und an ihnen die gleiche Erziehungsarbeit vollbringen zu helfen, die sie selbst früher emporgetragen hat.

Die Lese- und Diskussionsabende sollen im Bewusstsein der weiblichen Parteimitglieder die feste, unzerstörbare Grundlage von Kenntnissen und Erkenntnissen ausbauen, in der die grundsätzlichen Auffassungen der Sozialdemokratie sicher verankert werden können, die richtung- und zielsetzend Arbeit und Kampf der Genossinnen bestimmen. Ihr Wirken wird in dem inneren Gehalt der proletarischen Frauenbewegung zum Ausdruck kommen und ihm charakteristische Züge ausprägen. Je mehr die Massen der Proletarierinnen anschwellen, die des Lebens Not und des Geistes trotzige Erhebung dawider in unsere Reihen treibt, um so bedeutsamer muss ihr Wirken werden. So ist es ein großes und ein entscheidendes Stück Zukunft der sozialistischen Frauenbewegung, die wir in Gestalt der Lese- und Diskussionsabende vor uns haben, ein Stück Zukunft, dessen Gestaltung wir nicht dem Zufall und spielerischem Experimentieren überlassen dürfen, vielmehr bewusst in die Hand nehmen müssen.

Es ist hohe Zeit, dass eine Tagung der Genossinnen an die in dieser Beziehung vorliegende Aufgabe herantritt. Die Praxis, von der Notwendigkeit gerufen und angespornt, ist der Klärung der Frage bereits mit starken Schritten vorangeeilt, seitdem die Proletarierinnen zu Zehntausenden und Zehntausenden das vom Reichsvereinsgesetz den Frauen zuerkannte Recht nutzen, Mitglieder politischer Organisationen zu sein. Und wir verdanken der Praxis eins: dass sie in verhältnismäßig kurzer Zeitspanne die früher so lange und heiß umstrittene Frage entschieden hat: Darf und muss es in der Partei besondere Einrichtungen zur theoretischen und praktischen Schulung der Genossinnen geben? Die Existenzberechtigung der Lese- und Diskussionsabende ist sowohl durch das Bedürfnis nach solchen Veranstaltungen wie durch ihren Nutzen überzeugend bescheinigt worden; durch ein Bedürfnis, dass sich nirgends ungestraft zur Seite schieben ließ, wo die Genossinnen danach dürsteten, das Leben der Sozialdemokratie in seiner ganzen Tiefe und Breite täglich mitzuleben, durch einen Nutzen, der überall unleugbar war, wo ihre Schulung systematisch unter sachkundiger und geschickter Leitung in Angriff genommen wurde.

So haben die Genossinnen und so hat die Sozialdemokratie mit ihnen eine Periode eifriger und im Allgemeinen auch fruchtbarer Versuche zur sozialistischen Durchbildung der weiblichen Parteimitglieder hinter sich. Denn fast allerwärts mussten sie tastend und probierend ihren Pfad suchen unter Bedingungen, die nicht selten von Ort zu Ort andere waren. Und wenn in der Folge hier und da mancher Umweg gewandelt und kein billiges Lehrgeld gezahlt worden ist, so sind auch wiederum Keime der Anregung, der Kräfteentfaltung in reicher Fülle empor gesprossen, und viele wegweisende Erfahrungen konnten gesammelt werden. Nun gilt es zu sichten und zu ordnen, was in bunter Mannigfaltigkeit vor den Genossinnen steht, um aus vielem Guten das Beste zu gewinnen. Das wird die Ausgabe der Frauenkonferenz sein. Sie kann nicht gelöst werden, ohne dass Kritik an Mitteln und Wegen geübt wird, die den Einzelnen durch treue Arbeit der letzten Jahre teuer geworden sind. Solche Kritik – wie scharf sie auch ausfallen möge – darf nicht als Bemäkelung des vergangenen Wirkens, nicht als Vorwurf und Klage über Unzulängliches empfunden werden. Sie ist lediglich zu werten als unvermeidlicher Ausgangspunkt für die zukünftige Betätigung und ihre großen allgemeinen Richtlinien.

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Auch der kritischen Betrachtung ist in mehr als einer Beziehung durch die Praxis selbst tüchtig vorgearbeitet worden. Wir denken dabei in erster Linie daran, dass in vielen großen, gesund entwickelten Sitzen unserer Bewegung sich erfolgreich eine Erkenntnis durchzusetzen beginnt: die Frauenleseabende dürfen nicht im bunten Wechsel ein Sammelsurium der verschiedensten „interessanten“ Fragen nach dem Motto behandeln: Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen.“ Sie müssen es mit der alten Weisung des „Viel, aber nicht vielerlei“ halten und sich auf die Durcharbeitung weniger, aber grundlegender Materien beschränken. Die Praxis hat darüber hinaus noch ein zweites in scharfe Beleuchtung gerückt. Die zu behandelnden Fragen dürfen nicht in planlosem Durcheinander vorgenommen werden. Jede einzelne von ihnen ist nach einem wohldurchdachten Plan durchzuarbeiten, der die einzelnen Teile des Gegenstandes und seine verschiedenen Seiten in den richtigen inneren Zusammenhang untereinander und mit den allgemeinen großen Problemen der sozialen Frage scharf in die Erscheinung treten und zum Bewusstsein der zu schulenden Genossinnen kommen lässt. Die Losung: gründliche und systematische Bildungsarbeit durch die Diskussionsabende wird immer allgemeiner. Das haben nicht nur die Artikel gezeigt, die zur Frage der Leseabende in der. Gleichheit“ erschienen sind, das lassen auch die Berichte der Genossinnen deutlich erkennen. In dieser Hinsicht dürfte es auf der Frauenkonferenz kaum zu wesentlichen Meinungsverschiedenheiten kommen.

Anders liegen die Dinge, sobald die Frage aufgeworfen wird: Was soll der Lehrstoff des systematischen Unterrichts sein? Soweit die Praxis die Antwort darauf gegeben hat – auch das konnte man nach der „Gleichheit“ feststellen –, lautet sie beinahe allgemein: Das sozialdemokratische Reformprogramm unter Berücksichtigung des allseitigen Interesses der proletarischen Frauen und der Forderungen, welche jeweilig durch den Tageskampf der Sozialdemokratie in den Vordergrund geschoben werden. Diese Auffassung wird durch den Hinweis auf das noch nicht genügend geweckte Interesse der meisten Frauen für das gesellschaftliche Leben begründet, wie durch den Hinweis auf die ihnen mangelnden Kenntnisse und im Zusammenhang mit dieser ihrer geschichtlich erklärlichen Rückständigkeit mit ihrer Abneigung gegen die „graue Theorie“ und der Unfähigkeit, deren Gedankengänge zu begreifen. Die Gegenwart mit ihren brennenden Leiden und dringenden Bedürfnissen – namentlich soweit sie in das Leben der Proletarierin eingreifen – soll der archimedische Punkt sein, an dem der Hebel der Schulungsarbeit einsetzt, um die alte geistige Welt der Frau mit ihrem engen Horizont und ihrer dumpfen hoffnungslosen Atmosphäre aus den Angeln zu heben. Hier liegen Wirklichkeiten, nicht Begriffe, die sich in dem alltäglichen Leben und Weben der Proletarierinnen unwiderstehlich geltend machen. Von ihnen aus muss der Weg sicher zur Sympathie für die Sozialdemokratie, zum Anschluss an sie und zum Verständnis ihrer Ziele führen.

„Wenn man’s so hört, fast könnt‘ es leidlich scheinen!“ Was über die Bedeutung der Gegenwart, die soziale Wirklichkeit als Ausgangspunkt systematischer Bildungskurse für die Genossinnen gesagt wird, unterschreiben wir durchaus. Wir unterstreichen es zweimal, nicht bloß um der angezogenen Gründe willen, sondern auch noch im Hinblick auf die Methode des Unterrichts. Jedoch weisen wir an unserem Teile mit allem Nachdruck die aus den richtigen Vordersätzen abgeleitete Schlussfolgerung zurück. Sie ist nichts weniger als zwingend, und sie ist sogar falsch, wenn man das Ziel der Leseabende an dem historisch geprägten Wesen der Sozialdemokratie misst. Gibt etwa der zweite Teil unseres Programms mit seinen Gegenwartsforderungen Antwort auf die Frage nach der spezifisch sozialistischen Auffassung, nach dem Endziel der Sozialdemokratie, kurz, nach dem, was eine unüberbrückbare Kluft zwischen ihr und allen übrigen politischen Parteien und sozialen Bewegungen schafft? Mitnichten. Bürgerliche Parteien heben es bei ihrem Wettrennen um die Stimmen der Arbeiter oft genug hervor, dass auch sie die und jene dort geheischte Reformen in ihrem Programm haben. Gewiss: die Sozialdemokratie unterscheidet sich von ihnen allen dadurch, dass sie die einzige Partei ist, die die Gesamtheit der einschlägigen Reformen fordert und diese auch nicht im Silberschrein“ stehen lässt, vielmehr jederzeit kämpfend vertritt. Aber mit alledem werden diese Reformen selbst ihrem Wesen nach noch nicht sozialistisch, auch dann nicht einmal, wenn man sie in ihrem inneren Zusammenhang mit dem sozialistischen Endziel wertet als Mittel, das Proletariat für den Umsturz der bürgerlichen Gesellschaft besser zu rüsten. Auch in diesem Falle fehlt ja noch die richtige Würdigung dieses Endziels selbst als einer geschichtlich begründeten, unabweisbaren Notwendigkeit. Was also muss die unvermeidliche Folge davon sein, dass wir die Bildungsarbeit unserer Leseabende auf den zweiten Teil unseres Programms aufbauen – vielleicht in Verbindung mit Tagesfragen? Dass wir die Besucherinnen dieser Veranstaltungen mit Verständnis für die Gegenwartsarbeit der Sozialdemokratie erfüllen, dass wir einsichtige Reformerinnen erziehen, aber nicht revolutionäre Kämpferinnen. Derart unvollständig geschulte Genossinnen können in Wirklichkeit überzeugte Parteigängerinnen der Sozialdemokratie nur insoweit sein, als diese die Partei konsequenter, treuer Reformarbeit ist, eine demokratisch-soziale Reformpartei. Als Vorkämpferin der neuen Gesellschaftsordnung des Sozialismus, also ihres Wesens Kern nach, muss die Sozialdemokratie ihnen fremd bleiben. Man vergesse dabei nicht, dass – wie die Dinge liegen – verhältnismäßig wenige Genossinnen mehr als einen Jahreskursus der Leseabende besuchen.

Gegen unsere Schlussfolgerung wende man nicht ein, dass der gesamte Unterricht von sozialistischem Geist durchtränkt ist, dass bei jeder Gelegenheit der Hinweis auf die Unzulänglichkeit der Reformen und das unaufhaltsame Nahen der sozialistischen Gesellschaft erfolgt. Was ist gewöhnlich das Ergebnis davon? Im günstigsten Falle, dass wir Gefühlssozialistinnen erziehen, deren Auffassung der sozialen Frage nicht einen stolzen, fest gegliederten, unzerstörbaren Gedankenbau bildet, sondern einem Werkplatz gleicht, auf dem die Materialien eines solchen Baues chaotisch durcheinander liegen. Vielfach auch ein Schlimmeres: dass das Bekenntnis zum sozialistischen Endziel einem neuen Kirchendogma gleich gedankenlos, mechanisch her gebetet wird und damit die wirkende lebendige Kraft sowohl für die „Gläubigen“ wie für die zu „Bekehrenden“ verliert.

Man missverstehe die vorstehenden Ausführungen nicht. Es fällt uns nicht ein, damit bestreiten zu wollen, dass manche Proletarierinnen gerade zunächst durch die Reformforderungen für die Sozialdemokratie Interesse und Sympathie gewinnen, und dass eine gründliche Aufklärung über sie recht nottut. Wir behaupten nur, dass gerade diese Aufklärung im Allgemeinen und in erster Linie nicht Ausgabe der Diskussionsabende der Genossinnen sein soll. Wir sind ferner der Ansicht, dass es just für solche Aufklärung nicht besonderer Veranstaltungen für die Genossinnen bedarf. Sie erfolgt – die aus den Interessen des Proletariats und aus der gesellschaftlichen Entwicklung herauswachsende Tagesarbeit der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften bedingen dies – in ausgiebigem Maße in öffentlichen Versammlungen, innerhalb der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen, durch unsere Presse und eine recht umfangreiche Broschürenliteratur. In dieser Beziehung braucht für die Schulung der Genossinnen nichts Neues, nichts Besonderes geschaffen zu werden, es gilt auf das Vorhandene aufmerksam zu machen und es nach Notwendigkeit zu vervollständigen.

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Sollen unsere Frauenleseabende zielklare Sozialistinnen heranbilden, unbeugsame Kämpferinnen gegen die bürgerliche Ordnung und für die sozialistische Zukunft: so muss der grundsätzliche Teil unseres Programms Gegenstand der systematischen Unterweisung sein. Nur er gibt die Antwort darauf, warum die Sozialdemokratie eine revolutionäre Partei ist und sein muss, die geschichtlich gebunden, jedoch das geschichtliche Muss verstehend und bewusst vollstreckend mit ihrem Ziele über die kapitalistische Gegenwart hinausreicht und die sozialistische Zukunft erkämpft. Nur wer den Gehalt der sozialdemokratischen Grundsätze geistig beherrscht, weiß und kann erklären, warum er zur Fahne der Sozialdemokratie steht.

Niemand wird diese Ansicht anfechten, aber viele, die ihr beipflichten, werden die Einführung in unser Reformprogramm, in die Frauen- und Arbeiterinnenfrage usw. als notwendigen Umweg erachten, um „zunächst“ die Genossinnen zu interessieren und festzuhalten. Der Umweg ist unseres Dafürhaltens vollständig überflüssig. In dieser Meinung lassen wir uns nicht durch die Beschwörung des Gespenstes einer Theorie schrecken, die „grau“, „trocken“, „langweilig“ und was sonst alles noch ist, vor allem aber „ganz unverständlich“ für die einfachen, ungelehrten Proletarierinnen. Wir sind nämlich der ketzerischen Ansicht, dass die Theorie an sich nicht grau, langweilig, unverständlich usw. sein muss, wohl aber so gemacht werden kann. Alle an die Wand gemalten Schrecken der Theorie können bei pädagogischer Begabung vermieden werden, wenn die Theorie nicht die Lehrenden hat und unterkriegt, sondern umgekehrt diese die Theorie haben und vollkommen meistern. Oft genug fehlt es aber an den hervorgehobenen Voraussetzungen. Die viel berufenen „schlechten Erfahrungen“ mit Versuchen hier und da, den grundsätzlichen Teil unseres Programms zum Lehrstoff der Leseabende zu machen, beweisen nichts für die „Unfruchtbarkeit“ der Theorie, Proletarierinnen die sozialistischen Grundauffassungen zum Verständnis zu bringen. Worauf sie hinweisen, ist vielmehr lediglich, dass im Allgemeinen falsche Wege beschritten worden sind, die Theorie in den Dienst dieses Zieles zu stellen.

Schon der Ausgangspunkt für die Einführung in die Grundlehren des wissenschaftlichen Sozialismus ist unserer Ansicht nach häufig ein falscher. Man klammert sich ängstlich an den Aufbau unseres Programms und der Literatur, die es erläutern soll, vor allem an Kautskys Erfurter Programm und die kleine bekannte Broschüre darüber. Man beginnt also mit der Vergangenheit, die begreiflicherweise den meisten Proletarierinnen ein totes, weitab von ihrer Interessen- und Gedankenwelt liegendes Etwas ist, zu dem kaum geistig verbindende Fäden hinüberführen, statt dass man bei der Gegenwart einsetzt, die vor den Lernenden als kräftig pulsierendes Leben steht, mit dem ihre Sorgen und Mühen, ihre Leiden und Hoffnungen verknüpft sind, das zu jeder Stunde fordernd und gebend an sie herantritt. Was ist die Folge davon?

Der armselige Geschichtsunterricht der Armenleuteschule hat der Mehrzahl der bildungseifrigen Besucherinnen unserer Leseabende die Kenntnisse vorenthalten, welche ein anschauliches, lebendiges Bild der Vergangenheit geben, besonders die kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Kenntnisse, die ein richtiges historisches Erfassen der gesellschaftlichen Triebkräfte und Zusammenhänge ermöglichen. Es muss ihnen – wenn man nicht oberflächlich verfahren will – ein weitschichtiges Tatsachenmaterial vorgetragen werden, das sie – des Lernens meist lange wieder ungewohnt – sich nicht immer leicht anzueignen vermögen. In Verbindung mit dem neuen Stoff sollen neue, ungewohnte Gedankengänge aufgenommen, behalten werden. Die Bewältigung dieser Aufgabe wird die Kräfte gar mancher nicht unbegabten und regsamen Genossin derart einfordern, dass für die eigentliche geistige Verarbeitung des Bildungsmaterials nur wenig übrig bleibt. Ein freudloses, nur zu oft qualvolles Auswendiglernen und äußerliches Anlernen wird an Stelle jenes selbständigen Durchdenkens des Lehrstoffs treten, das erst das Gelernte zu wirklichem Besitz macht. Mit der eifrigen Selbsttätigkeit bei der Schulungsarbeit geht aber auch ein guter Teil Interesse daran verloren, der Flügelschlag erlahmt, der die Genossinnen voll begeisterter Hoffnungen in die Leseabende trug, die „Theorie“ erscheint ihnen nicht anziehend genug, sie an diese zu fesseln. Wir anerkennen ausdrücklich, das muss nicht so sein – wir kommen in der Folge noch auf die Frage zurück –, allein das wird recht oft geschehen.

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Die Gegenwart muss der Ausgangspunkt, muss aber auch der beherrschende Mittelpunkt der systematischen Bildungsarbeit in den Leseabenden sein. Als deren Hauptziel müssen wir festhalten, so viel weibliche Mitglieder unserer Organisationen als nur möglich zum klaren Verständnis der kapitalistischen Ordnung zu führen, der in ihr wirksamen treibenden Kräfte, der ihr eigentümlichen gesellschaftlichen Zusammenhänge, der scharf in die Erscheinung tretenden Entwicklungslinien zur Zukunft, der geschichtlichen Existenzbedingungen und Mission des Proletariats. Dadurch wird naturgemäß in Übereinstimmung mit der Auffassung des wissenschaftlichen Sozialismus die kapitalistische Produktion in den Vordergrund des Unterrichtes geschoben. Also womöglich Erklärungen über Mehrwert, Konzentration und Akkumulation des Kapitals und andere „rein theoretische Begriffe“! mag manch eine Genossin entsetzt ausrufen. Ich danke für die Anregung, ihre Praxis würde unseren Leseabenden auch die letzte Besucherin entfremden.

Gemach! Fassen wir zweierlei ins Auge, ehe wir uns entscheiden. Zunächst kann es sich nur darum handeln, den Genossinnen das tägliche Brot der großen grundlegenden Theorien zu reichen, welche das Wesen der kapitalistischen Ordnung und die Stellung, die Aufgabe des Proletariats in ihr begreifen lassen. Die Auseinandersetzung mit feinen Unterschieden und Begriffen der Nationalökonomie kann füglich ein „Edelmannsessen“ für die geschulten Theoretiker und kleinen Kreise bleiben, die sich besonders für derartige Fragen interessieren. Dann aber und vor allem gilt es, die Theorie als den Abglanz der Wirklichkeit zu begreifen, als die Zusammenfassung von Begriffen, die doch nur Abbilder des Lebens selbst sind und immer wieder auf das Leben zurückgehen müssen. Kehren wir den Spieß um und packen wir ihn für unsere Zwecke am richtigen Ende! Statt das Leben der kapitalistischen Gegenwart in theoretischen Formeln zusammenzufassen, beseelen wir die Theorie, die Formel durch das Leben. Geben wir nicht Theorie in der Form blutloser Abstraktion, sondern durch die sozialen Dinge selbst, durch die Erscheinungen, wie sie die Klassenlage des Proletariats formen und beherrschen.

Es gibt keine einzige der großen grundlegenden Theorien, auf die es ankommt, damit die Proletarierin hinter das Geheimnis der geschichtlichen Existenzbedingungen ihrer Klasse schauen lernt, die nicht in ihrem eigenen Leben und dem der Ihrigen gegenständlich, greifbar, als harte Wirklichkeit ihre Verkörperung fände. Kurz, die proletarischen Besucherinnen unserer Leseabende bringen als Erfahrungen das Tatsachenmaterial mit, auf dem die sozialistische Theorie fußt, aus der sie ihre Existenz schöpft. Aufgabe der sozialistischen Bildungsarbeit ist es, sie in den Stand zu setzen, dieses Material zu überblicken, zu sichten, zu ordnen und geistig zu beherrschen. Das natürliche Schlussergebnis davon ist das Verständnis, die Aneignung der sozialistischen Theorien.

Setzen wir in der skizzierten Weise die Gegenwart in ihr Recht als Lehrstoff ein, so erziehen wir – pädagogisches Talent vorausgesetzt – die Genossinnen gleichzeitig zu regster geistiger Selbsttätigkeit, zur steten inneren Mitarbeit mit den Lehrenden. Unter geschickter Leitung gewöhnen sie sich, selbst die Theorie in der individuell geschonten und durchdachten Wirklichkeit zu „entdecken“ und als persönlich Erlebtes zu formulieren, statt sich Formeln äußerlich anzuquälen und schablonenhaft nachzudenken und nachzusprechen, ohne den lebendigen Reiz des selbständig Erworbenen. Die Lernenden erhalten einen starken Ansporn, beim Unterricht durch Beibringung von Erfahrungsmaterial und Sammeln von Tatsachen aus der Tageslektüre usw. mitzuwirken. In ihren Gedanken bildet sich eine feste, unverrückbare Kristallisationsachse, um die sich die Kenntnisse gruppieren und zu Erkenntnissen formen. Summa summarum: die festeste – wir sind versucht zu sagen die gegebene natürliche – Grundlage für die theoretische Bildung der Genossinnen ist auch ein vorzügliches Mittel ihrer geistigen Erweckung und Schulung, ihrer Erziehung zu selbständiger geistiger Gedankenarbeit und Ausdrucksfähigkeit, Werte, die gerade für unsere künftigen Agitatorinnen im Großen und Kleinen außerordentlich bedeutsam sind.

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Ertötet aber oder erschwert wenigstens die Konzentration der Bildungsarbeit auf die Gegenwart nicht das Verständnis für den entwicklungsgeschichtlichen Gedanken, dass auch alles gesellschaftliche Sein im Flusse begriffen, ein ewiges Werden und Vergehen ist? Kann überhaupt die kapitalistische Ordnung in ihren wichtigsten Wesenszügen völlig verstanden werden, ohne das Wissen von dem Wie ihrer Entwicklung aus den ihr vorangegangenen Produktions- und Gesellschaftszuständen? Wird die gesellschaftliche Entwicklungsgeschichte nicht am leichtesten erfasst, wenn man sie – um diesen Ausdruck anzuwenden – in chronologischer, zeitlicher Reihenfolge vorträgt und mit den primitivsten, einfachsten, durchsichtigsten Formen der Wirtschaft und der sozialen Organisation beginnt? Das sind alles Fragen, deren Berechtigung wir anerkennen, die jedoch unsere Ansicht nicht zu ändern vermögen. Die Vorteile der Beschäftigung mit den einfachsten Formen der gesellschaftlichen Produktion und Organisation werden dadurch gemindert, dass es sich dabei nicht nur zum Teil um sehr umstrittene Begriffe handelt – wir denken an die verschwommene Vorstellung des „Urkommunismus“, die bei vielen Sozialisten an Stelle positiven Wissens über die verschiedenen Formen urwüchsigen kommunistischen Lebens besteht –, sondern auch durch den bereits hervorgehobenen Mangel an geschichtlichen Kenntnissen und durch die langen Entwicklungsreihen, die zwischen dem Einst und Jetzt liegen, mit ihrem Niederschlag im Geiste der Proletarierinnen. Auf der anderen Seite aber werden diese Vorteile bis zu einem gewissen Grade aufgewogen durch das Vertrautsein der Genossinnen mit dem Lehrstoff, den die Gegenwart an die Hand gibt. Gewiss: auch bei dem empfohlenen Unterrichtsgang muss die Vergangenheit herangezogen werden, soweit es das Durchdringen und Werten der Gegenwart erfordert oder erleichtert. Aber das kann ohne das Zurückgehen auf die graue Vorzeit geschehen, weil zahlreiche Reste und Überlebsel der Vergangenheit auch in der kapitalistischen Ordnung fortbestehen, ebenso wie diese bereits die Ansätze zu einer neuen Gesellschaft in ihrem Schoße trägt. So kann auch, ja so muss eine gründliche Zergliederung des Kapitalismus dazu führen, seine geschichtliche Bedingtheit zu erkennen und ihn richtig gewertet dem Entwicklungsgang der Menschheit einzureihen. Vielleicht beleuchtet ein Vergleich am schärfsten unsere Ansicht. Wenn wir sehr rasch zu einem bestimmten praktischen Zweck den Charakter eines Menschen ergründen müssen: werden wir nicht mit dem Studium der Lebensschicksale und Psychologie seiner Voreltern und Eltern beginnen, so reizvoll auch dieses Studium wäre und so notwendig zum tieferen wissenschaftlichen Erfassen psychologischer Probleme.

Zusammen mit der Erkenntnis von dem nimmer rastenden Fluss der gesellschaftlichen Entwicklung muss natürlich auch die andere vom ewigen dialektischen Widerspiel, vom Umschlag ihrer Erscheinungen aus der Analyse der Gegenwart emporgehoben werden, das „Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage“. Schließlich und nicht am wenigsten die sogenannte materialistische Geschichtsauffassung selbst, die Wertung der Rolle der Produktions- und Austauschbedingungen für das gesamte gesellschaftliche Sein, seine Lebensverhältnisse und seine Fortentwicklung. Das alles natürlich nicht als starre dogmatische Formel, vielmehr als gegenständliches, plastisches Bewusstsein von den sozialen Erscheinungen der Umwelt, die ergriffen und damit begriffen werden. Haben die Besucherinnen unserer Leseabende erst gelernt, derart die Gegenwart, ihre entscheidenden Wesenszüge theoretisch zu bewältigen, so ist sicherlich bei den meisten von ihnen nun auch Interesse, Verständnis für die gesellschaftliche Entwicklungsgeschichte geweckt. Sie werden den Anforderungen entsprechender Kurse wacker standhalten, obschon dabei ihre selbständige Mitarbeit nicht gleich umfangreich sein kann wie auf der vorhergegangenen Unterrichtsstrecke. Es muss nun mehr „gelernt“, kann weniger „gefunden“ werden; zum Teil drängt sich auch für die Geschichte eine andere Lehrmethode auf – der Vortrag – als wie sie bis dahin zur Anwendung gelangen sollte, übrigens sei hervorgehoben, dass wir den empfohlenen Lehrgang nicht für den einzigen Weg halten, der nach Rom führt. Ein Kursus für junge Schülerinnen zum Beispiel kann unseres Erachtens sehr wohl mit der Vergangenheit anfangen, von Meilenstein zu Meilenstein der gesellschaftlichen Entwicklung entlang schreiten. Hier sind die Gehirne noch an das „schulmäßige“ Lernen gewöhnt, frisch, aufnahmefähig, und das Interesse für Gewesenes und Versunkenes, das dank der zeitlichen Entfernung so leicht in verklärendem Schimmer erscheint, schwächt das Ohr für die Stimmen der Seienden und Emporsteigenden.

Wir begnügen uns mit der Aufzeichnung dieser allgemeinen Richtlinien und verzichten darauf, heute an dieser Stelle ein planmäßig gegliedertes Unterrichtsprogramm für Frauenleseabende zu geben. In der Hauptsache deswegen, weil seine Gestaltung, seine Weite und Tiefe entschieden werden muss unter Berücksichtigung der für die Bildungsveranstaltungen verfügbaren Zeit, der Zahl und Qualifikation der Lehrenden, der sozialen „Stammesschichte“, Altersstufe, Umwelt usw. der Lernenden. Die Zweckmäßigkeit fordert, dass ein solcher Lehrplan – wir sind versucht zu sagen – unendlich variabel, anpassungsfähig sei. Es ist ebenso möglich, dass viele Orte eines großen Bezirkes mit dem gleichen Programm auskommen, wie das für die Diskussionsabende einer großen Stadt eine verschiedene Gliederung des Lehrstoffs notwendig wird. „Eines schickt sich nicht für alle, alles schickt sich nicht für einen.“

Dagegen möchten wir die Aufmerksamkeit auf das Folgende lenken. Indem wir unsere Schulungsarbeit auf der Analyse der bürgerlichen Ordnung aufbauen, erweitern wir den Kreis der Lehrenden. Unzweifelhaft haben wir mehr geschulte Genossinnen und Genossen, deren Verständnis den Kapitalismus in seinen Hauptzügen theoretisch erfasst hält, als Geschichtskundige, welche die Vergangenheit – Tatsachen und Theorie zusammen – gründlich meistern. Dagegen stellt unser Lehrplan nach einer anderen Richtung hohe Anforderungen an die Lehrkräfte. Es genügt nicht, dass diese an der Hand einer populären Einführung in unser Programm deren Text Absatz für Absatz leidlich zu erläutern vermögen. Sie müssen vielmehr die sozialistische Auffassung so souverän beherrschen, dass sie ihre tragenden Grundpfeiler geradezu selbständig schöpferisch in eigener Gestaltung und mit eigenen Ornamenten aufrichten können. So werden die Debatten über die Diskussionsabende zu einem starken Appell an die Geschulten zu steter tief schürfender theoretischer Weiterbildung. Der Unterricht selbst aber, wie er uns vorschwebt, schafft die unerschütterliche gemeinsame theoretische Grundlage für das praktische Wirken der Genossinnen, mögen sie seinen Schwerpunkt auf politisches, gewerkschaftliches oder genossenschaftliches Gebiet verlegen. So hält er innerlich zusammen, was bei der Arbeit auseinandergehen muss, und gibt mit dem Bewusstsein von der inneren Verknüpfung der verschiedenen Tätigkeitsgebiete die richtige grundsätzliche Schätzung ihrer Wichtigkeit.

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Der Raummangel gebietet uns, nur noch summarisch von der Lehrmethode unserer Leseabende zu reden. Wir können uns um so eher beschränken, als früher Genosse Unger, Genossin Gradnauer und kürzlich Genosse Heinig darüber viel Zutreffendes und Anregendes geschrieben haben. Wir stimmen dem Letztgenannten in der Auffassung zu, dass der Unterricht so viel als nur möglich in der Form der Unterredung, im Hin und Her von Frage und Antwort gegeben werden sollte. Der geschlossene Vortrag überschüttet die Lernenden gleichsam kübelweise mit Tatsachen, Gedankengängen, Schlussfolgerungen, um sie „in ihrem nichts durchbohrenden Gefühle“ zurückzulassen, recht oft schläfrig, matt, entmutigt, an ihren Fähigkeiten zweifelnd, ohne Lust zum weiteren Studium. Die Diskussionsmethode hingegen ist ein nie verstummender Aufruf zur wachen geistigen Mitarbeit mit dem Lehrenden. Sie weckt, reißt fort, fordert Nachdenken statt Nachreden, treibt zur Ausprägung des Gedachten in eigene Worte statt zum Prahlen mit fertigen Formeln und leblosem Gedächtniswerk, gibt mit dem Bewusstsein der eigenen Kraft Freude am Unterricht und fesselt damit an die Leseabende. Stellt man die Gegenwart in den Mittelpunkt dieser Veranstaltungen, so erscheint die Diskussionsmethode als die Methode unserer Bildungsarbeit schlechthin. Sie zwingt gleichsam die Genossinnen, der Schätze ihres Tatsachenmaterials bewusst zu werden und auszukramen, was sie als Erfahrungen und Beobachtungen zum Verständnis des Kapitalismus mitbringen. Die geschickt gestellte Frage wird zum Licht, das die theoretischen Schlussfolgerungen aufblitzen und „entdecken“ lässt, die aus den Dingen hervorquellen. Kurz, gerade in Verbindung mit unserem Lehrgang ermöglicht diese Methode das Maximum geistiger Mitarbeit und Selbstbetätigung aus den Besucherinnen der Leseabende herauszuholen, während sie den Unterrichtenden gleichzeitig einen ziemlich sicheren Maßstab über die Begabung und Regsamkeit der einzelnen Lernenden gibt. Wir haben bereits weiter oben angedeutet, dass und warum für die Geschichtskurse die Diskussionsmethode hinter den geschlossenen Vortrag zurücktritt. Jedoch auch für ihn müssen wir die weiter zurück erhobene Forderung aufrecht erhalten: keine schemenhafte, theoretische Abstraktion in der dünnen Luft logischer Definitionen und Folgerungen; erst das Ding, dann die Lehre; Theorie gewiss, aber Theorie als Abbild gewesener Wirklichkeit, die in möglichst anschaulichen, farbenfrohen und formensicheren Erscheinungen vor den Genossinnen eine Auferstehung feiert.

Von großer Wichtigkeit für den Erfolg der Leseabende ist die Unterstützung des gesprochenen Wortes durch gute Literatur. Diese vervollständigt das Tatsachenmaterial, erzieht zu seiner richtigen Klassifikation und Verwertung, klärt und festigt die erworbenen Gedankengänge und Theorien. Die zu empfehlende Literatur muss daher in leicht fasslicher, populärer Darstellung eine großzügige Einführung in die sozialistische Gesellschaftsauffassung geben, Tatsachenmaterial vermitteln und sollte schließlich auch anziehend geschrieben sein. Die Werke sind dünn gesät, die diesen Anforderungen zusammen entsprechen. Besonders fehlt es an nicht zu dickleibigen Geschichtsbüchern, die das nötige Tatsachenmaterial vom Standpunkt der konsequent festgehaltenen materialistischen Auffassung aus durchleuchten. Die populäre sozialistische Geschichtsliteratur ihrerseits, die hinter die Anfänge der kapitalistischen Produktion zurückgeht, enthält aus naheliegenden Gründen mehr Theorie als Bausteine dazu. Die Genossinnen müssen sich daher gewöhnen, auch die empfohlene Literatur kritisch zu lesen. Aber noch ein anderes tut not. Im Allgemeinen darf eine Schrift für die Zwecke der Leseabende nicht einem Vortrag gleich die Lernenden mit Weisheit überschütten. Sie muss auch nicht immer in der Reihenfolge von A bis Z durchgenommen werden, vielmehr kapitel-, ja absatzweise, in engstem Anschluss an die jeweilig behandelte Frage. Ein Literaturverzeichnis für unsere Leseabende darf sich schlechterdings nicht damit begnügen, Titel an Titel zu reihen – selbstverständlich nur von außerordentlich sorgfältig ausgewählten Werken. Es muss auch eine Angabe der Abschnitte jeder Schrift enthalten, die in Verbindung mit bestimmt abgegrenzten Teilen des Lehrstoffs durchzuarbeiten sind.

Die „Gleichheit“ soll in dem neuen Jahrgang in einer Artikelserie den Lehrstoff behandeln, der nach uns für die Diskussionsabende vor allem in Betracht kommt. Jede abgeschlossene Frage erhält als Anhang ein Literaturverzeichnis, das unter den aufgezeigten Gesichtspunkten zusammengestellt ist. Den Artikeln wird eine Reihe kleiner, populärer Broschüren folgen, die den Stoff in gleicher Weise, jedoch auf breiterer Grundlage gestalten. Wir schmeicheln uns nicht, damit Leitendes zu schaffen, hoffen aber, den Genossinnen Brauchbares und Anregendes in die Hände zu legen. Von der Frauenkonferenz erwarten wir noch manchen dankenswerten Fingerzeig für die erfolgreiche Lösung der nicht leichten Aufgabe


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