Militant: „Kommunistische“ Führer schließen sich der Unterstützung für den Schah an

[eigene ältere Übersetzung, Militant, 8. Dezember 1978, S. 11]

Nach Berichten wurden bis zu 3.000 Demonstrant*innen Im Iran erschossen, seit sich die Proteste gegen die autoritäre Herrschaft des Schah dieses Jahr entwickelten.

Die besten Industriearbeiter*innen haben die schwer bewaffnete Diktatur durch politische Massenstreiks herausgefordert, die die Freilassung politischer Gefangener, die Erlaubnis zur Rückkehr der politischen Flüchtlinge und andere demokratische Rechte forderten. Die winzige herrschende Klasse hat ihre persönlichen Reichtümer in ihrer barbarischen Gesellschaft auf der Armut der Arbeiter*innen aufgebaut.

Hinter dem Schah steht eine der am modernsten ausgerüsteten Armeen der Welt und die gefürchtete Geheimpolizei SAVAK, von deren Händen Zigtausende Gegner*innen des Systems unbeschreiblich bestialische Foltern erlebt haben. Vor zwei Wochen marschierten eine halbe Million gegen die fortgesetzte Herrschaft dieses Tyrannen durch die Straßen einer Provinzstadt. Da so viel Reichtum und Privilegien durch eine Arbeiter*innenrevolution bedroht sind, war es nicht überraschend, dass der Führer der größten kapitalistischen Nation der Welt, Präsident Carter, dem Schah zu seinem kürzlichen Geburtstag Sympathie und Unterstützung aussprach:

„Wie ich vorher erwähnte, haben wir in den letzten Monaten sehr oft an den Iran gedacht. ich weiß sehr gut, dass die jüngste Unruhe die Gedanken Eurer Majestät in großen Umfang beschäftigt hat. Aber gleichzeitig bin ich mir sehr bewusst, dass Eure Majestät mit all dem, was Sie an Fortschritt für Ihr Land in den letzten 37 Jahren erreicht haben, sehr stolz und zufrieden sein kann.“

Mann konnte nur erwarten, dass die Supermacht, die in Vietnam Krieg gegen die vietnamesischen Arbeiter*innen und Bäuer*innen führte und beim Sturz der demokratischen Rechte durch einen blutigen Militärputsch in Chile half, diesem großen Gangster moralische Unterstützung geben würde. Aber die iranischen Massen müssen einen Dolchstoß in den Rücken gefühlt haben, als der Vorsitzende Hua, der „revolutionäre“ Führer des „kommunistischen“ China auf dem Fuße folgte:

„Es ist mir eine große Freude, bei der Gelegenheit des 59. Geburtstags Eurer Majestät meine ehrlichen Grüße auszudrücken. Ich hoffe, dass Eure kaiserliche Hoheit bei guter Gesundheit sind und dass der Iran die Unabhängigkeit und nationale Souveränität mit neuen Erfolgen verteidigt und auch neue Höhen an Fortschritt und Entwicklung erreicht.“

Dieses widerliche Kriechen vor den Füßen der „kaiserlichen Hoheit“ des Schlächters wurde nur durch neue Tiefen der Kriecherei des „sowjetrussischen“ Führers Breschnew vor dem iranischen Zaren übertroffen:

„Eurer Majestät, Mohammed Resa Pahlewi, Licht der Arier, König der Könige des Iran: Nehmt bitte bei Gelegenheit eines Tages der nationalen Freude für die iranische Nation – dem Geburtstag Eurer Majestät – die ehrlichen Grüße des Exekutivkomitees des Obersten Sowjets der UdSSR und auch meine eigenen an.“

Wenn die Arbeiter*innen und Bäuer*innen eine politische Führung in ihrem Kampf für den Sturz des Schahs und des kapitalistischen Systems schmieden, das er vertritt, werden sie nicht zu den privilegierten Bürokratien von Moskau und Peking schauen, die seit langem die grundlegenden Prinzipien von Arbeiter*inneninternationalismus zu Gunsten ihrer eigenen engstirnigen nationalen Interessen vergessen haben.


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