[eigene Übersetzung des englischen Texts in Militant, Nr. 431, 10. November 1978, S. 1 + 16]
Durch die beispiellose Streikwelle im gesamten Iran an den Rand des Zusammenbruchs gedrängt, machte der Schah einen verzweifelten Versuch, sich durch Militärherrschaft an der Macht zu halten.
Vor allem waren es die mächtigen Auswirkungen der gemeinsamen Aktionen der Arbeiter*innenklasse, die demokratische Rechte forderte, die die Diktatur erschütterten.
Die Notwendigkeit, die Massenbewegung der Opposition gewaltsam zu unterdrücken und die Streikenden zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu zwingen, ließ den Schah offen zu den Waffen greifen.
Die Arbeiter*innen von Iranair wurden unter Drohungen der Luftwaffe zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz gezwungen, doch die nationale Fluggesellschaft ist aufgrund ihrer Aktionen für die Freilassung politischer Gefangener, die Rückkehr politischer Exilant*innen und die Beendigung von Schikanen weiterhin am Boden. Laut „The Times“ [8. November]
„ging die Streikwelle im öffentlichen Dienst weiter, und das Ministerium soll gedroht haben, die Streikenden notfalls mit vorgehaltener Waffe zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu zwingen“.
Massenmord an politischen Demonstrant*innen auf offener Straße, die Verhaftung von fünf Zeitungsherausgeber*innen und die Zensur der Presse, das Verbot von Versammlungen von mehr als zwei Personen, Streikbruch mit vorgehaltener Waffe – das sind die Methoden der Militärherrschaft im Iran, denen die US-Regierung, der CIA und die britischen Tories ihre uneingeschränkte Unterstützung geben.
Für die Großunternehmen bedeuten „demokratische Rechte“ das Recht der wenigen Reichen, die Minderheit [?] auszubeuten. Anscheinend umfasst das nicht das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten, zu streiken, frei zu schreiben und zu sprechen, freie politische Parteien zu gründen und eine Regierung zu wählen.
Aber die Arbeiter*innen in der britischen Arbeiter*innenbewegung werden ihren maßlosen Ärger zeigen, dass ihre rechten führenden Vertreter*innen gegen das grundlegendste sozialistische Prinzip der Solidarität mit streikenden Arbeiter*innen verstoßen, indem sie ihre Unterstützung bekunden.
Alle Zugeständnisse oder Versprechungen, die der große „Liberalisierer” in den letzten Wochen machte, wurden ihm durch den Druck der Arbeiter*innen aufgezwungen, um seinen revolutionären Sturz abzuwenden. Die anhaltenden Proteste der Arbeiter*innen widerlegen die Behauptung, der Schah herrsche in deren bestem Interesse. Es ist eine Schande, dass Minister einer Labour-Regierung sich auf die Seite eines solchen Diktators gegen die Arbeiter*innenklasse stellen!
Die neue Militärregierung hat eine Geste gemacht, indem sie ehemalige Minister als Sündenböcke verhaftet hat, um ihnen die gesamte Schuld für das zuzuschreiben, von dem der Schah zugab, dass es „vergangene Fehler der Unrechtmäßigkeit, Grausamkeit und Korruption“ seiner Regierungen gewesen seien.
Aber wo stehen nun diejenigen in Großbritannien, die diese Regierungen vehement gegen Kritik verteidigt haben, nachdem der Schah öffentlich zugegeben hat, was sie so lange leugneten – dass der Chef der Geheimpolizei SAVAK Folter, illegale Inhaftierungen, Mord und Korruption einsetzte und dass die Spitzen des Staates von Korruption und Bestechung durchsetzt waren?
Der angloamerikanische Imperialismus hatte das Regime des Schahs ursprünglich als stabile Bastion seines Einflusses errichtet. Doch nun droht die Tyrannei, die notwendig war, um die Bestrebungen der iranischen Arbeiter*innen und Bauern zu unterdrücken, ihnen um die Ohren zu fliegen.
Sie befürchten, dass ein revolutionärer Umsturz ein Regime an die Macht bringen könnte, das unter dem Druck der Massen gezwungen wäre, eine umfassende soziale Umgestaltung durchzuführen. Und der Zusammenbruch des Kapitalismus im Iran würde sich sicherlich auf den Rest des Nahen Ostens und Pakistan ausbreiten.
Solidarität mit den iranischen Arbeiter*innen!
Für demokratische Rechte!
Beendet die Operationen des SAVAK in Großbritannien!
Nieder mit dem Schah – für einen sozialistischen Iran!
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